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Ankerarmee : Warum die Bundeswehr so stark auf Kooperation mit anderen setzt

Kooperationspartner für die Bundeswehr? Rumänische Soldaten während einer Militärübung Bild: Reuters

Rumänien und die Tschechische Republik binden bald Teile ihres Heeres in die Bundeswehr ein. Auch Deutschland und die Niederlande kooperieren bereits intensiv. Das bringt Vorteile für alle.

          Deutschland bietet die Bundeswehr immer stärker kleineren Nato-Ländern als Anker-Armee an. Es stärkt damit erstens die eigene militärische Schlagkraft und setzt zweitens auf diese Weise praktische Wegmarken für das Ziel europäischer Streitkräfte. Die jüngsten Kooperationspartner sollen Rumänien und die Tschechische Republik werden; beide wollen Teile ihrer Heerestruppen in die Kommandostruktur der Bundeswehr einbinden, um dadurch selbst Ausbildungsvorteile und Führungserfahrung zu gewinnen. Gleichzeitig setzt das Verteidigungsministerium ein Modernisierungssignal mit der Absicht, die Schützenpanzer Marder nun doch schneller als beabsichtigt vollständig durch neue Waffensysteme zu ersetzen.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Lange Zeit war, abgesehen von der Beteiligung deutscher Soldaten an Nato-Stäben und wenigen Nato-Einheiten, die internationale Ausrichtung der Bundeswehr auf die Zusammenarbeit mit Frankreich in der deutsch-französischen Brigade beschränkt. Ihre Gründung folgte 1989 vor allem politischen Motiven: Den Sorgen vor der Stärke eines wiedervereinten Deutschlands sollte mit der Verschränkung der militärischen Macht beider Länder begegnet werden. Die deutsch-französische Brigade (ein meist aus drei bis vier Bataillonen bestehender, bis zu 4000 Soldaten starker Verband) wurde auch geographisch verschränkt – einzelne Truppenteile bezogen Garnison im Nachbarland – und in ihrem Führungsstab von deutschen und französischen Offizieren gemischt besetzt.

          Die enge Kooperation der Bundeswehr mit den niederländischen Streitkräften, die sich seit den neunziger Jahren entwickelte, hatte hingegen vorrangig militärisch-praktische Gründe. Beiden Armeen ermöglichte die Gründung eines gemeinsamen Führungsstabes (Deutsch-Niederländisches Korps) in Münster die Aufrechterhaltung von Führungsfähigkeiten, die sonst womöglich den Einsparmaßnahmen zum Opfer gefallen wären, die in allen Militäretats seit dem Ende des Kalten Krieges üblich wurden. Mittlerweile haben die Niederländer zwei Drittel ihrer Heeresverbände deutschen Divisionskommandos unterstellt, in die niederländische Panzergrenadier-Brigade ist wiederum ein deutsches Bataillon eingegliedert.

          Die deutsch-niederländische Verschränkung setzt sich mittlerweile in anderen Teilstreitkräften fort; sie bietet das engste und vielfältigste Beispiel, wie weit die militärische Kooperation zweier Nato-Staaten gehen kann. So nutzt das Seebataillon der deutschen Marine mittlerweile ein niederländisches Transport- und Einsatzschiff für seine Übungen; die deutsche Luftwaffe hingegen will sich an einer multinationalen Tankerflotte beteiligen, die von den Niederlanden und Luxemburg aufgestellt werden wird. Eine entsprechende formelle Absichtserklärung hat das Verteidigungsministerium bereits formuliert.

          Große Nato-Staaten als Rahmen-Nation

          Auch mit Polen gab es in den letzten Jahren Bemühungen, gemeinsame Einheiten in den Streitkräften zu schaffen – die gegenseitige Unterstellung einzelner Bataillone und gemeinsame Marinepatrouillen in der Ostsee waren vereinbart; werden jedoch von der aktuellen polnischen Regierung eher im Stillen weiterverfolgt.

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