Frauenquote :
Wer wen vorführt

Berthold Kohler
Ein Kommentar von
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Quoten-Dialektik: Ein böser (oder dummer?) Mann von der SPD hat alles verdorben, in dem er Kontraproduktives sagte. Dabei hatte die CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer der Initiative der rot-grünen Opposition doch mit Bedacht zugestimmt.

Im „Sinne der Sache war das kontraproduktiv“, klagt die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU. Sie meint damit nicht ihre Entscheidung, im Bundesrat mit der Opposition für die Frauenquoten-Initiative gestimmt zu haben, die ihre eigene Partei jetzt an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte und einen Parteitagsbeschluss in Makulatur verwandelte. „Kontraproduktiv“ waren aus ihrer Sicht Äußerungen des SPD-Mannes Steinmeier, der die CDU-Frauen zum Aufstand aufstacheln wollte, was freilich im Sinne der von Frau Kramp-Karrenbauer so leidenschaftlich unterstützten Sache gewesen wäre, weil nur mit Abweichler(inne)n aus dem Regierungslager die für das Gesetz nötigen Stimmen zusammen kämen.

Nun aber beschwört die Suffragette von der Saar die Schwestern im Bundestag, gegen die von ihr mitgetragene Initiative zu stimmen, weil die Opposition doch tatsächlich das Thema habe nutzen wollen, um „uns im Wahlkampf vorzuführen“. Angesichts solcher überraschender Einsichten in das Politische kann man nur noch bei Lenin Zuflucht suchen und fragen: Wer wen?

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