Geschacher um Posten : Ein Defizitsünder als Währungskommissar?

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben noch kein Personalpaket für die Brüsseler Kommission vorgelegt. Nun muss es der künftige Präsident Juncker richten. Es wird eine heikle Auswahl.
Über Namen haben die 28 EU-Staats- und -Regierungschefs am Ende gar nicht gesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es schon zu Beginn des Gipfeltreffens in Brüssel am Mittwochabend angedeutet. Die Zeit ist noch nicht reif für die Besetzung der anderen Brüsseler Spitzenposten neben dem designierten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Zwar hatte Ratspräsident Herman Van Rompuy das Ziel des Treffens wohlweislich darauf beschränkt, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zu finden. Auch das aber erwies sich als unmöglich. Die Besetzung der wichtigen EU-Ämter ist seit jeher im wahrsten Sinne des Wortes ein Postengeschacher zwischen den Mitgliedstaaten. Die Benennung Junckers vorab war insofern eine Ausnahme.



