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5G auf Mobile World Congress : Das neue globale Billionengeschäft

Smartphone „Mate X“ vor Huawei mit 5G-Modul auf dem Mobile World Congress in Barcelona Bild: Bloomberg

Der Mobilfunkstandard 5G ist das große Thema auf dem Mobile World Congress. Denn die Hersteller wissen: Das Smartphone alleine zieht nicht mehr.

          Die Standortwahl ist ein Statement. Direkt gegenüber des Apple Stores am Plaça de Catalunya, dem zentralen Platz in Barcelona, hat Samsung einen Pavillon aufgestellt. Darin erklären junge Menschen im Samsung-Dress neugierigen Katalanen und Touristen, was der Konzern mit seiner Sprachsteuerung „Bixby“ vorhat. Die Südkoreaner, immerhin größter Smartphonehersteller der Welt, haben schon länger in ihren Geräten einen Knopf verbaut, der den schlauen Assistenten aufrufen kann. Bislang war es aber nur Amerikanern, Koreanern und Chinesen vorbehalten, ihn auch zu nutzen.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mitsamt neuen Geräten hat Samsung nun verkündet, dass Bixby nun auch Spanisch, Italienisch, Französisch und eben Deutsch sprechen kann. Damit deckt Samsung einen Gutteil der rund 100.000 Besucher ab, die sich von Montag an auf dem Mobile World Congress in Barcelona darüber informieren, wie die technologische Zukunft aussehen soll. Das neue Mobilfunknetz 5G und Smartphones spielen dabei die wichtigste Rolle.

          Bixby steckt in allen neueren Samsung-Geräten. Weil die Südkoreaner aber nicht gerade zu den ersten gehören, die einen Sprachassistenten bewerben und sich auch die Angebote der Konkurrenz wie Siri, Alexa oder der Google Assistant noch nicht so durchgesetzt haben, wie es die Technologiekonzerne gerne hätten, gibt es im Samsung-Pavillon einige Anwendungsbeispiele zu entdecken: Bixby kennt das Wetter, er weiß, dass Lionel Messi momentan der beste Torschütze in der spanischen Fußballliga ist, er kennt Rezepte aus der katalanischen Küche und kann Fernseher, Kühlschränke, Klimaanlagen und Waschmaschinen steuern. Dass die Geräte in der Demonstration allesamt von Samsung sind, ist freilich kein Zufall – funktionieren soll die schlaue Steuerung des Hauses aber natürlich auch mit Geräten anderer Anbieter.

          Der Sprachassistent ist sicherlich nicht der erste Kaufgrund für ein Samsung-Gerät, da stehen andere technische Spielereien wie sechs Kameras und ein faltbarer Bildschirm im neuen Modell „Galaxy Fold“ im Vordergrund. Und doch steht der Fokus auf „Bixby“ für eine Strategie der Handyhersteller, eine möglichst große Rolle im Leben der Käufer einzunehmen, die weit darüber hinausreicht, nur ein Smartphone mit dem Finger zu bedienen.

          Dem Markt für Sprachsteuerung wird eine große Zukunft vorausgesagt. Einer Auswertung des Digitalverbands Bitkom zufolge soll der Markt für Smartphones, Apps, Telekommunikationsdienste und Mobilfunknetze hierzulande in diesem Jahr auf 34,3 Milliarden Euro wachsen. Das ist ein Anstieg um eine Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der größte Anteil des Geschäfts entfällt auf Daten- und Sprachdienste mit 20,3 Milliarden Euro, was einem Plus von 3 Prozent entspricht. Mit Smartphones sollen etwa 10,4 Milliarden Euro umgesetzt werden.

          Das liegt auch daran, dass die Deutschen für Geräte immer mehr Geld ausgeben – für die High-End-Geräte werden heutzutage aber auch schnell vierstellige Beträge fällig. Obwohl die Umsätze steigen, sehen die Hersteller aber unsicheren Zeiten entgegen. So hat Samsung im vergangenen Jahr laut den Analysten von Gartner 295 Millionen Smartphones verkauft und kommt damit auf einen globalen Marktanteil von fast einem Fünftel. Allerdings ist die Absatzquote der Südkoreaner gesunken.

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