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Medienschau : Deutsche Wirtschaft zum Jahresende geschrumpft

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Tuis Verlust steigt, Hapag-Lloyd verringert den Umsatz- und Gewinnrückgang. Der Gewinn der BNP Paribas bricht abermals ein, die Gewinne von MVV Energie, Clariant und Swisscom sinken. Zynga schreibt rote Zahlen. Drägerwerk senkt die Dividende und kauft Genussscheine zurück, Peugeot will stärker sparen und Konzernteile verkaufen, der Insolvenzverwalter von Qimonda fordert Milliarden von Infineon. Danone steigert Gewinn, Heineken wächst profitabler als erwartet. Chinas Zentralbank will ihr Engagement in Europa verstärken.

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          Unternehmensnachrichten

          Tui-Verlust steigt

          Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui hat in seinem ersten Geschäftsquartal wegen einer schwächeren Entwicklung der Tourismustochter Tui Travel mehr Verlust eingefahren. Der Fehlbetrag in den drei Monaten bis Ende Dezember liege bei 137 Millionen Euro nach 94 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum, wie Tui am Mittwoch mitteilte. Auf die Tui-Aktionäre entfällt davon ein Minus von 88 Millionen Euro - weniger als die von Analysten erwarteten 123 bis 167 Millionen Euro Verlust. Im Winter schreiben Tourimusunternehmen überlicherweise rote Zahlen.

          Der Umsatz stieg um rund fünf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr rechnet Tui weiterhin mit einem moderaten Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis. Dem lange betriebenen Ausstieg bei Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd ist Tui am Dienstagabend ein großes Stück näher gekommen. Tui veräußert 17,4 Prozent der Hapag-Lloyd-Anteile an ein Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael
          Kühne und die Stadt Hamburg. (Reuters)

          Drägerwerk senkt Dividende und kauft Genussscheine zurück

          Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk will seine Kapitalstruktur verbessern. Zu diesem Zweck will das Unternehmen Genussscheine zurückkaufen. Diese hätten ihre Funktion als Eigenkapitalinstrument weitgehend verloren. Erwerben will der Konzern nun Genussscheine der Serien A, K und D zu je 210,00 Euro. Am Markt werden die Papiere zwischen 177 und 180 Euro gehandelt. Sollten sämtliche Genussscheine eingeliefert werden, entspräche dies einem Rückkaufvolumen von 296,8 Millionen Euro. Finanziert werde der Rückkauf aus der bestehenden Liquidität. Zudem bestünden noch freie Kreditlinien.

          Zudem soll die Dividende soll auf 0,19 Euro je Vorzugsaktie und 0,13 Euro je Stammaktie gesenkt werden. Für 2010 hatte Drägerwerk 1,19 oder 1,13 Euro gezahlt. 2011 hatte das Unternehmen eine Verdreifachung des Jahresüberschusses auf 104,8 (32,5) Millionen Euro verbucht.

          Die Eigenkapitalquote lag bei 32,2 Prozent. Mit Blick auf die anhaltend makroökonomischen Unsicherheiten will Drägerwerk die Eigenkapitalquote mittelfristig auf 40 Prozent steigern, hieß es weiter. Dies ermögliche eine größere strategische Handlungsfähigkeit. Sobald das Ziel erreicht ist, sollen wiederum rund 30 Prozent des Konzernjahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet werden. Vorerst müssen sich die Aktionäre aber mit 15 Prozent zufrieden geben. (Dow Jones)

          Peugeot will stärker sparen und Konzernteile verkaufen

          Europas zweitgrößter Autohersteller PSA Peugeot Citroen hat sein Sparziel für dieses Jahr auf eine Milliarde von zuvor 800 Millionen Euro angehoben. Zugleich kündigte das französische Unternehmen am Mittwoch den Verkauf von Vermögenswerten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an, um seine Schulden zu senken. Das Autogeschäft schrieb 2011 vor Sonderposten einen operativen Verlust von 92 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 621 Millionen im Jahr zuvor. „Diese schwachen Ergebnisse untergraben nicht die Strategie, die wir verfolgen“, erklärte Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon. (Reuters)

          BNP Paribas abermals mit Gewinneinbruch

          Neuerliche Griechenland-Abschreibungen und ein schwaches Investmentbanking haben der französischen Großbank BNP Paribas auch im Schlussquartal 2011 zugesetzt. Der Überschuss brach um mehr als die Hälfte auf 765 Millionen Euro ein, wie das Institut am Mittwoch in Paris mitteilte. Das war aber besser als von Analysten erwartet. Die Bank erhöhte die Abschreibungen auf ihre griechischen Staatsanleihen auf 75 Prozent und nahm dafür einen weiteren Verlust von 567 Millionen Euro in Kauf. Insgesamt hat sie damit im vergangenen 3,24 Milliarden Euro bei griechischen Staatsanleihen verloren. Der Vorsteuergewinn im Investmentbanking sank von rund einer Milliarde Euro auf noch 6 Millionen Euro. (Dow Jones)

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