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Medienschau : Alcoa schreibt rote Zahlen

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Bild: FAZ Helfert

Der Aluminium-Riese Alcoa ist wegen diverser Sonderausgaben tief ins Minus gerutscht. Im dritten Quartal lief ein Verlust von 143 Millionen Dollar oder 13 US-Cent je Aktie auf. Im Vorjahresquartal hatte Alcoa noch einen Gewinn von 172 Millionen Dollar verbucht. Enttäuschende Nachrichten auch von Chevron. Der amerikanische Ölkonzern rechnet für das dritte Quartal 2012 mit einem deutlich niedrigeren Gewinn als im zweiten Jahresviertel. Dabei dürften die Geschäfte innerhalb des Konzerns durchgängig schlechter abschneiden.

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          Unternehmensnachrichten

          Sonderkosten drücken Alcoa ins Minus

          Der Aluminium-Riese Alcoa ist wegen diverser Sonderausgaben tief ins Minus gerutscht. Im dritten Quartal lief ein Verlust von 143 Millionen Dollar oder 13 US-Cent je Aktie auf, wie das Unternehmen nach Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Die Sonderposten schlugen ein Loch von 175 Millionen Dollar in die Bilanz. Dabei geht es um Umweltzahlungen, einen Feuerschaden sowie die Beilegung eines jahrelangen Rechtsstreits mit Aluminium Bahrain. Im Vorjahresquartal hatte Alcoa noch einen Gewinn von 172 Millionen Dollar verbucht - es hätte also auch ohne die Sonderbelastung einen kräftigen Gewinnrückgang gegeben. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um neun Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar.

          Der Grund für diesen Erlösschwund sei vor allem ein Preisrückgang von fast einem Fünftel gewesen, erklärte Alcoa. Zudem hat das kräftige Marktwachstum der vergangenen Jahre mit der Abkühlung der chinesischen Wirtschaft ein abruptes Ende gefunden. Alcoa kappte die Wachstumsprognose für 2012 jetzt von sieben auf sechs Prozent. Im vergangenen Jahr war der Markt noch um 10 Prozent gewachsen, nach 13 Prozent 2010.

          Der aus Deutschland stammende Konzernchef Klaus Kleinfeld sieht dennoch gute Chancen, dass sich die globale Aluminium-Nachfrage von 2010 auf 2020 wie von Alcoa erwartet verdoppelt. „Die Märkte scheinen derzeit mehr von Schlagzeilen denn von fundamentalen Daten getrieben zu sein, aber Alcoa bleibt auf die Dinge fokussiert, die in unserer Hand liegen“, sagte er. Die Aktie notierte nachbörslich leicht im Plus.

          Aluminium wird in vielen Branchen verwendet - und deshalb gelten die Alcoa-Zahlen immer auch als ein Gradmesser für die Konjunktur, zumal das Unternehmen traditionell den Start jeder Saison von US-Quartalsberichten einläutet. Diesmal schätzt Alcoa die Lage in verschiedenen Industrien sehr unterschiedlich ein. Im Flugzeugbau sei etwa ein sattes Plus von 13 bis 14 Prozent bei der Aluminium-Nachfrage zu erwarten, in der Lkw-Branche hingegen ein Rückgang von 7 bis 9 Prozent. Kleinfeld setzte in diesem Jahr eine deutliche Reduzierung der Kapazitäten in Gang. Der Rechtsstreit mit Aluminium Bahrain im US-Staat Pennsylvania lief schon seit 2008. Um ihn zu beenden, erklärte sich Alcoa zu einer Zahlung von insgesamt 85 Millionen Dollar bereit. Diese Zahlung habe den Nettogewinn im dritten Quartal mit 15 Millionen Dollar belastet, in Zukunft könnten noch 25 bis 30 Millionen Dollar dazukommen. (dpa-AFX)

          EADS und BAE Systems äußern sich zu Fusion

          Die Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems müssen heute (Mittwoch) mitteilen, ob sie ihre geplante Fusion angesichts politischen Gegenwinds abblasen oder doch weiterverfolgen. Als wahrscheinlicher gilt in Branchenkreisen, dass der deutsch-französische und der britische Konzern eine Verlängerung der Frist beantragen, bis zu der sie sich nach britischem Recht zu ihrem Vorhaben konkret äußern müssen. Am Dienstagabend hatten die Unternehmen über die nächsten Schritte beraten.

          Der Zusammenschluss steht kurz vor dem Scheitern. Frankreich und Großbritannien hätten sich nicht über die Modalitäten einigen können, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag in Berlin aus Kreisen, die in die Gespräche eingebunden sind. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sprach hingegen von Fortschritten. Er räumte ein, die Ansichten der französischen, deutschen und britischen Regierungen zur möglichen Fusion seien „anfänglich unterschiedlich“ gewesen. „Aber sie haben sich deutlich angenähert.“ Offiziell läuft die Frist für eine Mitteilung der beide
          Konzerne um 17.00 Uhr Londoner Zeit (18.00 Uhr MESZ) ab. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière zeigte von den Berichten über ein bevorstehendes Scheitern der Fusion überrascht.
          „Ich kenne den Sachstand ziemlich genau und bin deswegen erstaunt über die Fülle von interessegeleiteten Meldungen im Laufe des heutigen Tages“, sagte er am späten Dienstagabend vor Journalisten in Brüssel.

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