Gas-Embargo oder Klimaschutz? : Die deutsche Klima-Außenpolitik gerät in ein Dilemma

Die grünen Minister Baerbock und Habeck wollen das Energie-Embargo gegenüber Russland nutzen, um Schwung für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erzeugen.
Lt. Berlin ⋅ Die deutsche Klimaaußenpolitik steht kurz nach ihrer Ausrufung vor einem Grundsatzdilemma. Der Angriff Wladimir Putins auf die Ukraine hat den Verzicht auf russisches Öl und Gas zu einer Priorität gemacht, die konkurriert mit der Priorität, weltweit den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben und fossile Brennstoffe zu ersetzen. „Die moralische Alternative ist unglaublich schwierig“, stellte die neue Staatssekretärin für Klimaaußenpolitik im Auswärtigen Amt, Jennifer Morgan, am Dienstag fest. Morgan, die bis vor Kurzem noch Chefin der Umweltinitiative Greenpeace war, äußerte sich auf einem Klimaforum in Berlin, das Auswärtiges Amt und Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam veranstalteten. Ihre Empfehlung lautete, man müsse alles zugleich tun: so schnell wie möglich unabhängig werden von russischer Energieversorgung und gleichzeitig die Verwüstungen des Klimanotstandes dagegenwägen.
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