FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Ukraine :
Die fatalen Folgen des Verzichts auf Atomwaffen

Stefan Locke, Warschau
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Wertlose Garantien: Der russische Präsident Jelzin, der Amerikaner Clinton, der ukrainische Präsident Kutschma und der britische Premierminister Major unterzeichnen am 5. Dezember 1994 das Budapester Memorandum
Wertlose Garantien: Der russische Präsident Jelzin, der Amerikaner Clinton, der ukrainische Präsident Kutschma und der britische Premierminister Major unterzeichnen am 5. Dezember 1994 das Budapester MemorandumPicture Alliance

Vor 30 Jahren gab die Ukraine ihre Atomwaffen an Russland ab. Die Sicherheitsgarantien, die das Land im Gegenzug erhielt, haben ihm nicht genützt.

In diesen Tagen jähren sich zwei für die Ukraine entscheidende Ereignisse, die bei der Diskussion über den russischen Angriffskrieg und seine Ursachen häufig ausgeblendet werden: Am 1. Dezember 1991 stimmten gut neunzig Prozent der Ukrainer in einem Referendum für die Unabhängigkeit ihres Landes, das sich drei Monate zuvor aus dem fast siebzig Jahre währenden sowjetischen Zwangsbündnis gelöst hatte. Die Zustimmung war in der Westukraine mit mehr als 95 Prozent am größten, sie lag aber auch im Osten des Landes bei mehr als achtzig Prozent, und selbst auf der Krim votierte eine knappe Mehrheit dafür. Nicht nur ukrainischstämmige Einwohner, die drei Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachten, hatten sich für die Unabhängigkeit ausgesprochen, sondern auch 55 Prozent der ethnischen Russen, der größten Minderheit im Land.

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