Politische Bücher : Bürokratie, die Vertrauen schafft

Eine frühere Spitzenbeamtin legt dar, wie Verwaltungen in Deutschland bürgernäher organisiert werden können. Aus dem Dilemma aller Pläne zum Bürokratieabbau weist sie jedoch keinen Ausweg.
Mehr Bürokratie wagen“, heißt es in einem Essay, der im Aprilheft des „Merkur“ erschien. Ein Plädoyer „Wider den Bürokratieabbau“ sendete kürzlich der Deutschlandfunk Kultur, die „Süddeutsche Zeitung“ druckte ein „Lo b den Bürokraten“. Und der Berliner Wagenbach-Verlag veröffentlicht in seinem Frühjahrsprogramm ein Buch der Juristin Julia Borggräfe mit dem Titel „Bürokratopia“, das in seinem Untertitel nichts weniger als die Rettung der Demokratie ausgerechnet durch die Verwaltung verspricht. Darf man aus den genannten drei Beispielen schon auf einen neuen Trend schließen? Auf eine Gegenbewegung zu der sonst von allen Seiten und zu jeder Zeit erhobenen, weil stets populären Forderung nach dem Abbau der Bürokratie, dem sich schon die letzte Bundesregierung verschrieben hatte und der in den USA gerade mit der disruptiven Kettensäge betrieben wird.


