Ruanda :
Nur die Fassade ist mustergültig . . .

Von
Andreas Eckert
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Frauen im Südkivu, die 2008 von verschiedenen Gruppierungen vergewaltigt und/oder misshandelt wurden
Frauen im Südkivu, die 2008 von verschiedenen Gruppierungen vergewaltigt und/oder misshandelt wurdenAbb.a.d.bespr. Band

Der Völkerrechtler Gerd Hankel beschreibt das heutige Ruanda als ein Land, in dem die einst über Leben und Tod entscheidende Frage, wer Hutu ist und wer Tutsi, vermeintlich keine Bedeutung mehr hat. Dies sei ganz im Sinne der Regierung, die proklamiert: „Wir sind alle Ruander.“

Ruanda gilt heute als einer der Vorzeigestaaten Afrikas. Die Hauptstadt Kigali wächst in atemberaubendem Tempo. Die Streitkräfte wurden modernisiert und gehören zu den schlagkräftigsten des Kontinents. Sie sind auch für Einsätze der Vereinten Nationen unverzichtbar. Die Verfassung garantiert die Achtung der Menschenrechte. Das Land war sogar Gastgeber des Weltklimagipfels und empfing Vertreter von mehr als 150 Nationen. Präsident Paul Kagame führt das Land mit eiserner Hand und steht zugleich für ein neues afrikanisches Selbstbewusstsein. Kritik an seinem harschen Umgang mit der Opposition kontert er mit dem Verweis, dass die reiche Welt ihr Urteil ständig über das der Afrikaner stelle.
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