Rundfunk Berlin-Brandenburg :
Wenn das System versagt

Tatjana Heid
Ein Kommentar von Tatjana Heid
Lesezeit: 1 Min.
Eingang des RBB an der Masurenallee in Berlin.
Die Affäre um die ehemalige RBB-Intendantin Schlesinger bringt den ganzen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Verruf. Abgeschafft werden sollte er dennoch nicht.

Es geht um Geld, es geht um Gier, es geht um Macht und um grenzenlose Selbstüberschätzung. Wäre die Affäre um die ehemalige RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ein Spielfilm zur besten Sendezeit gewesen: Die Gebührenzahler hätten sich möglicherweise gefreut. So aber ist man fassungslos über die Enthüllungen, die seit einigen Wochen an die Öffentlichkeit kommen.

Am Wochenende nun ist die ARD auf Distanz zum Rundfunk Berlin-Brandenburg gegangen. Der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow sprach der amtierenden Geschäftsführung im Namen aller anderen Sendeanstalten sein Misstrauen aus. Es war die erste Meldung der Tagesschau am Samstag.

Wo Macht, da Machtmissbrauch

Das zeigt, wie nervös der Senderverbund ist – bekommen doch die Forderungen nach der Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die Affäre Schlesinger neue Nahrung. Denn es sind mitnichten nur die Verfehlungen einiger weniger Personen, sondern auch das Versagen eines Systems, in dem jene Verfehlungen möglich gewesen sind.

Wo Macht ist, ist auch Machtmissbrauch. So weit, so wenig überraschend. Bereicherung auf Kosten von Gebührenzahlern, die sich die Beiträge nicht ausgesucht haben, dürfte allerdings auch jene aufregen, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk an sich wohlgesinnt sind. Nach wie vor erfüllt er, insbesondere auf Länderebene, einen wichtigen Informationsauftrag. Seine Abschaffung wäre ein Verlust, doch eine grundlegende Reform ist dringend nötig.