NS-Verbrechen : „Das war der Prozess meines Lebens“

Vor 60 Jahren erhob die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage gegen 23 frühere SS-Angehörige aus Auschwitz. Gerhard Wiese war damals der Jüngste unter den Anklägern. Heute ist er 94 Jahre alt und als Zeitzeuge gefragt.
Dass dieser Tag seinen Lebensweg prägen würde, das ahnte der junge Staatsanwalt Gerhard Wiese nicht, als ihm der Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft im Spätsommer 1962 mitteilte, dass er das sogenannte Auschwitz-Team verstärken sollte: Jenes Juristenteam, das den Frankfurter Auschwitz-Prozess vorbereitete, der im Dezember 1963 begann. Doch bereits am 16. April 1963 war mit der Einreichung der 700 Seiten langen Anklageschrift gegen 23 frühere SS-Angehörige und einen Funktionshäftling der erste Schritt für den historischen Prozess getan.
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