Nach Festnahme von Soldaten : Lambrecht kritisiert Mali

Bamako ließ ivorische Soldaten festnehmen, die zur Unterstützung des deutschen Kontingents im Land waren.
Die Festnahme von 49 ivorischen Soldaten in Mali belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und dem westafrikanischen Sahelstaat weiter. Die malischen Sicherheitsbehörden hatten am Sonntag die Soldaten aus der Elfenbeinküste verhaftet, die nach Angaben eines Regierungssprechers in zwei Flugzeugen mit „Waffen, Kriegsmunition sowie anderer militärischer Ausrüstung“ angekommen waren. Sie haben sich illegal auf malischem Staatsgebiet aufgehalten und werden von der malischen Militärregierung daher als Söldner betrachtet. Nach Angaben eines Sprechers der Friedensmission der Vereinten Nationen (UN) in Mali (MINUSMA) hingegen handelt es sich um Wachpersonal, das auf einer von Deutschland genutzten UN-Basis am Flughafen von Bamako Dienst leisten soll. Die Soldaten gehören demnach nicht zu einem der MINUSMA-Kontingente, werden aber seit mehreren Jahren in Mali zur logistischen Unterstützung eingesetzt. Ihre Ankunft sei den nationalen Behörden vorher mitgeteilt worden. Ein von Deutschen gegründetes und in Mali registriertes Unternehmen, Sahelian Aviation Services, hatte die Soldaten eingeflogen. Es arbeitet im Auftrag der UN-Mission. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von einem „sehr problematischen Signal“ der Machthaber in Bamako. Sie rief die Verantwortlichen auf, die ivorischen Soldaten umgehend freizulassen. Deutschland stellt das größte Kontingent an Soldaten in der Blauhelmmission, die der UN-Sicherheitsrat vor Kurzem um ein weiteres Jahr verlängert hat.
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