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Nacht im Stadion : DFB-Team in Frankfurt gelandet

Mit dieser Maschine flog der DFB-Tross am Samstagmorgen von Paris aus zurück nach Frankfurt. Bild: dpa

Nach den Anschlägen verschanzte sich die deutsche Fußball-Nationalelf die ganze Nacht in der Arena in Paris. Am Morgen flog die DFB-Delegation zurück nach Frankfurt. Die Spieler reisten danach in ihre Heimatorte.

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          Auch weit nach Mitternacht wurde noch beraten. Die deutsche Nationalmannschaft harrte weiter im Stadion aus – bis es gegen zwei Uhr dann doch losgehen sollte in Richtung Hotel. Jede Entscheidung musste auf ihr Risiko überprüft werden. Eine Fahrt im Mannschaftsbus, so hieß es, sollte unbedingt vermieden werden, man fühlte sich in Kleinbussen sicherer für die etwa halbstündige Route in das weiträumig gesicherte Quartier.

          Dann entschied man sich allerdings doch gegen das Hotel, die Spieler verharrten die ganze Nacht im Stadion und brachen erst am frühen Samstagmorgen auf, dann direkt zum Flughafen Charles de Gaulle. Begleitet wurde die Mannschaft von einer Polizeieskorte mit Blaulicht. Eigentlich wollte die DFB-Delegation erst am Sonntagmittag mit dem Ziel Hannover abreisen. Doch die Ereignisse in Paris änderten alle Pläne. (Alle aktuellen Informationen finden Sie in unserem Liveblog.)

          Um 8.15 Uhr postete DFB-Interimspräsident Rainer Koch bei Facebook ein Foto, das die DFB-Delegation beim Besteigen eines Flugzeugs zeigt. Um kurz nach neun Uhr startete die Sondermaschine LH 343 mit der deutschen Delegation nach Frankfurt/Main. Das Flugzeug war extra aus Frankfurt gekommen und stand auf dem Flughafen Charles de Gaulle auf einer Außenposition weit weg vom Terminal. Polizeiwagen und zwei Beamte mit Maschinengewehren waren neben der Maschine postiert.

          Ursprünglich war die Rückreise für Sonntag 12.00 Uhr geplant, mit dem Ankunftsort Hannover. In der nahe gelegenen Sportschule Barsinghausen wollte Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft auf die Testpartie am kommenden Dienstag gegen die Niederlande vorbereiten. Um kurz nach zehn Uhr landete der DFB-Tross nach gut einstündigem Flug wohlbehalten in Frankfurt. Die Spieler reisten anschließend in ihre Heimatorte weiter. Eine Entscheidung darüber, ob das Testländerspiel am Dienstag stattfindet, steht noch aus. Schon in der Nacht machte ein Gerücht die Runde, wonach die Spieler lieber nicht antreten möchten.

          Am Vormittag landete das DFB-Tross mit Lukas Podolski (links) und Antonio Rüdiger wieder in Frankfurt. Bilderstrecke

          Was Gerücht war, was gesicherte Information, war nicht immer gleich zu erkennen in dieser Schreckensnacht – auch nicht im Stade de France, wo die französische und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr Testspiel austrugen. Wie auch – dieses Drama, von dem die französische Zeitung „Libération“ schrieb, es sei eine „terroristischer Barbarei von historischer Dimension“, traf natürlich auch den Sport mit einer solchen Wucht, dass es von jetzt auf gleich keine Gewissheiten mehr gab. Nur diese eine: Dass da draußen etwas Schreckliches passierte an diesem Freitag, dem dreizehnten, im November 2015 – ein Datum, das von nun an mit einer neuen Stufe des Terrors in Europa verbunden sein wird.

          Im Stadion kündigte sich der Schrecken mit zwei Donnerschlägen schon während der ersten Halbzeit nach etwa 20 Minuten an – nur, dass da kaum jemand ahnen konnte, was wirklich dahintersteckte. Sicher, es knallte lauter als bei irgendwelchen Böllerwürfen, die einem beim Fußball immer mal wieder einen Schreck einjagen, beim zweiten Knall waren sogar deutliche Vibrationen der Tribüne zu spüren. Aber es wurde ja weiter Fußball gespielt, auch sonst schien nichts Besonderes zu passieren, was also sollte schon sein?

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