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Bewerber für CDU-Vorsitz : „Ich will darüber reden, wie wir Sicherheit herstellen können“

Jan-Philipp Knoop aus dem CDU-Ortsverband Kleistpark in Berlin will frischen Wind in die Bundespartei bringen. Bild: dpa

Jan-Philipp Knoop ist 26 Jahre alt, Student – und will auch Vorsitzender der CDU werden. Im Gespräch mit FAZ.NET erklärt der junge Mann, warum er trotz fehlender Erfahrungen die Nachfolge Angela Merkels antreten will und welche Pläne er hat.

          Schon Ende September verkündete Jan-Philipp Knoop: Er wolle für den Patei-Vorsitz der CDU kandidieren. Damals wäre er der einzige Herausforderer von Amtsinhaberin Angela Merkel gewesen, wenig später meldete sich auch der Bonner Völkerrechtler Matthias Herdegen als Bewerber um den Parteivorsitz. Seit Merkel ihren Rückzug als Parteichefin bekannt gegeben hat, häufen sich die Bewerber für die Kandidatur, darunter prominente Namen wie Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz. Während Herdegen seine Bewerbung zurückgezogen hat, will Knoop weiter machen was ihn antreibt, verrät der Student im Gespräch mit FAZ.NET.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Herr Knoop, warum wollen Sie für den Vorsitz der CDU kandidieren?

          Schon länger habe ich mit einem Freund darüber gesprochen, dass wir aktiver werden und unsere Punkte vertreten müssen. Das habe ich zunächst online getan. Dann haben wir im Sommer den Asylstreit und das Beinahe-Aus der großen Koalition erlebt. Das hat mich sowohl als Mensch, Bürger dieses Landes und Mitglied der CDU tief unzufrieden gemacht. In der Partei habe ich keine ernstzunehmenden Bestrebungen gesehen, dass zu ändern. Da dachte ich mir: Es muss irgendwas passieren, und wenn es auch nur ein 26 Jahre alter Student ist.

          Viel Erfahrung haben Sie aber bislang nicht.

          Meine persönliche Erfahrungen, die ich in Berlin bei der CDU gesammelt habe, sind natürlich überschaubar und nicht von großer Durchschlagskraft geprägt. Ich bringe aber Erfahrung aus meiner Zeit als Soldat mit, außerdem habe ich schon bei Thomas de Maizière und im Bundestag gearbeitet. Ich kann also einschätzen, was politische Arbeit ist. Und genau die habe ich bei meiner eigenen Partei in Berlin nicht in dem Umfang gesehen, wie ich es von ihr erwarten würde.

          Was haben Sie denn erwartet?

          Ich dachte, dass der Außenauftritt für potentielle und Neumitglieder wesentlich besser wäre. Als ich innerhalb von Berlin umgezogen bin und mich mit meinem neuen Ortsverband in Verbindung setzen wollte, habe ich wochenlang nichts gehört. Dabei habe ich an alle einschlägigen Leute und die Homepage geschrieben. Ich bin dann persönlich zu einer Veranstaltung des Ortsverbands. Die waren total erschrocken, dass niemand von meinen Kontaktversuchen was mitbekommen hat. Aber so kann eine Partei ihren Auftrag natürlich nicht wahrnehmen. Diese verstaubten Strukturen merke ich aktuell wieder am Prozedere um die Regionalkonferenzen.

          Dort darf sich nur vorstellen, wer nach den Vorschriften der CDU als Kandidat nominiert wurde, also wer von einem Verband ab Kreisverband oder höher vorgeschlagen wurde. Das sind Sie noch nicht.

          Dabei geht es da ja um die Bewerber, die sich dort auch den Verbänden für einen Vorschlag empfehlen könnten. Oder wenn ich beispielsweise zehn Delegierte auf meiner Seite hätte, die mich auf dem Parteitag vorschlagen würden, könnte ich aktuell nicht auf die Regionalkonferenzen. So ist natürlich keine Chancengleichheit gegeben. Dabei haben die bislang nominierten, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz, ohnehin eine größere Reichweite.

          Warum lassen Sie es nicht erst mal langsam angehen, zum Beispiel über die Junge Union (JU)?

          Ich sehe keine Notwendigkeit, in die JU einzutreten und dort besonders aktiv zu werden. Kurz nachdem ich meine Online-Aktivitäten aufgenommen habe, kam auch einer aus der JU und meinte, ich könne nicht irgendwelche Sachen schreiben, die gegen die Beschlusslage der CDU wären. Da kann man sich ja schon vorstellen, wie groß die Bestrebungen der Jungen Union sind, irgendwas zu verändern.

          Und ein Aufstieg über die Lokalpolitik kam auch nicht in Frage?

          In den Berliner Ortsverbänden geht es vor allem um kleinteilige Themen. Das ist natürlich auch in Ordnung. Aber wenn ich über Politik sprechen will, dann vor allem darüber, wie wir in ganz Deutschland Sicherheit und Ordnung herstellen, und nicht wie wir eine Allee bepflanzen oder eine U-Bahnlinie verlängern.

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