Brombeer-Koalition : Wie Klugheit in Thüringen gewann

Der Thüringer CDU-Chef Mario Voigt hat durch kluges Vorgehen eine Brombeer-Koalition ausgehandelt. Der Pragmatismus der Thüringer BSW-Chefin Katja Wolf war mitentscheidend. Am Ende verkündete sie sogar einen scheinbaren Sieg von Sahra Wagenknecht.
Mario Voigt hat gute Chancen, noch vor Weihnachten Ministerpräsident von Thüringen zu werden. Er wird, wenn die Parteien zustimmen, der erste und einzige Regierungschef sein, der eine Koalition aus CDU, dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und der SPD anführt, für deren Kurzbezeichnung die süß-säuerliche Brombeere dient. Dass dem CDU-Mann das nach einem Wahlergebnis seiner Partei von gut 23 Prozent gelingen würde, war alles andere als selbstverständlich. Voigt ging klug vor. Er versicherte sich einer gewissen Beinfreiheit vonseiten der CDU-Führung unter Friedrich Merz, band aber den Bundesvorsitzenden stets mit ein. Er sorgte dafür, dass seine Partei in Thüringen nahezu geschlossen blieb. Und er kümmerte sich darum, mit den Spitzen der anderen beiden Parteien ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.
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