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Sommerzeit, Reisezeit? : Das Menetekel Ischgl

Vom österreichischen Skiort Ischgl aus verbreitete sich das Corona-Virius in weiten Teilen West- und Nordeuropas. Bild: AFP

Wohin im Sommer? Ob Malle oder Malediven, nichts wird so sein, wie es war.

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          Wo die Deutschen, Franzosen, Niederländer und so weiter ihre Sommerferien verbringen werden, ob in „klassischen“ Tourismusgebieten oder im eigenen Land, auf Balkonien, steht, Stand Mitte April, in den Sternen. Das heißt: Alles hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie und den Fortschritten bei der Eindämmung der Infektionen ab.

          Der gesunde Menschenverstand sagt einem allerdings, dass es eine Rückkehr zu touristischer Normalität (minus Überfüllung) nicht geben wird; vor allem dann nicht, wenn im Sommer noch immer Abstandsgebote gelten.

          Natürlich hoffen all diejenigen, die in Österreich, Italien, auf den Balearen oder an der Ostsee vom Tourismus leben, dass der grenzenlose Reiseverkehr wieder in Gang kommt und es keine Zutrittsverbote mehr gibt. Aber eben auch der Tourismus ist nicht davon ausgenommen, Güter wie Volksgesundheit, Lebensqualität und Einkommen gegeneinander abzuwägen, vermutlich sogar mehr als andere Branchen.

          Die Idee der Wiener Tourismusministerin, mit einer deutsch-österreichischen Einigung eine bilaterale Perspektive aufzuzeigen, entspricht der verständlichen Sorge um die wirtschaftlichen Nöte der Branche. Aber letztlich wird das nicht funktionieren, weil immer die Furcht mitschwingen wird, Covid-19 wieder zu importieren.

          Ischgl wird noch lange als Virusschleuder in Erinnerung bleiben. Der Tourismus wird nur wieder blühen, wenn in puncto Eindämmung dauerhafte Erfolge zu vermelden sind, und zwar rundum.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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