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Nach Amoklauf : Münchens OB erwägt Rucksackverbot für Oktoberfest

  • Aktualisiert am

Blick auf das Riesenrad beim Oktoberfest: Stärkere Taschenkontrollen, um Sicherheit zu erhöhen. Bild: dpa

München steht immer noch unter Schock. Münchens OB überlegt jetzt, welche Konsequenzen sich für das Oktoberfest ergeben – und erwägt ein Rucksackverbot.

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          Nach dem Amoklauf mit zehn Toten will Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Sicherheitsmaßnahmen beim Oktoberfest verschärfen. „Ich bin der Meinung, man kann so etwas intensivieren wie Taschenkontrollen, Rucksackkontrollen. Vielleicht sollte man sogar über ein Verbot von Rucksäcken nachdenken. Ich glaube, die Menschen haben für so was Verständnis“, sagte Reiter am Montag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2).

          Sowohl der Amokläufer von München als auch der mutmaßliche Täter im mittelfränkischen Ansbach, der eine Bombe gezündet haben soll, waren mit einem Rucksack unterwegs. Im ersten Fall hatte ein 18 Jahre alter Schüler am Freitag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum mehrere Menschen erschossen. In seinem Rucksack hatte er noch Hunderte Schuss Munition. Der mutmaßliche Täter von Ansbach hatte den Sprengsatz mit scharfkantigen Metallteilen in seinem Rucksack.

          Jäger: Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten

          Unterdessen beginnt eine Debatte darüber, ob sich rechtliche Konsequenzen aus dem Amoklauf von München ergeben. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hält keine neuen Gesetze in Deutschland für erforderlich. „Solche Attentate wie die in München sind mit schärferen Gesetzen kaum zu verhindern. Zum anderen: Wir müssen immer darauf achten, dass wir nicht irgendwann anfangen, unsere Freiheit so einzuschränken zugunsten der Sicherheit, dass diese Freiheit letztendlich dann irgendwann verloren geht“, sagte Jäger am Montag im Interview von WDR5.

          „Wir haben natürlich alle das Bedürfnis, dass nach solchen Anschlägen möglichst so etwas in der Zukunft verhindert werden kann“, erklärte er. Oftmals gebe es dann den Reflex, dass eine politische Diskussion über schärfere Gesetze einsetzt. „Man muss dann aber sehr genau aufpassen, ob man dann nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet. Dass Gesetzesverschärfungen oftmals gar nicht weiterhelfen, ist völlig klar“, betonte der SPD-Politiker.

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