https://www.faz.net/-gpf-93b8s

Feiern in Wittenberg : Bedford-Strohm: Beginn der Reformation war Akt der Befreiung

  • Aktualisiert am

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm begrüßt am Dienstag in Wittenberg Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bild: SINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Mit Gottesdiensten und Feierstunden haben Kirchen und Politik des Beginns der Reformation vor 500 Jahren gedacht. EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm würdigte den Beginn der Reformation als einen „Akt der Befreiung“.

          Mit einem Bekenntnis zur Ökumene haben die Protestanten in Wittenberg den zentralen Gottesdienst zum 500. Reformationsjubiläum gefeiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rief die Deutschen zudem zu Veränderungsbereitschaft auf. Was dieses Land brauche, sei eine „neue innere Freiheit“, sagte er am Dienstag in seiner Predigt in der Schlosskirche. Weder Obergrenzen für die Unterstützung von Menschen in Not würden helfen „noch moralische Durchhalteparolen“, sagte der bayerische Landesbischof.

          Als ökumenisches Zeichen wurde das sogenannte Hildesheimer Versöhnungskreuz im Gottesdienst von der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, an den Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, überreicht. In einem gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim hatten sich Protestanten und Katholiken im März von jahrhundertelangen Anfeindungen distanziert. Unter den Vertretern anderer Religionen im Gottesdienst waren der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sowie des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek.

          In der weltberühmten Schlosskirche hatten sich am Nachmittag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen Vertreter aus Staat, Kirche und Gesellschaft versammelt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Gekommen waren zudem viele deutsche Ministerpräsidenten sowie zahlreiche Gäste aus dem Ausland. Der Überlieferung nach soll Martin Luther (1483-1546) am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit an die Tür der Schlosskirche geschlagen haben.

          Auch der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit, der rund 500 Millionen Christen weltweit repräsentiert, war nach Wittenberg gekommen. Der norwegische Pfarrer Tveit bezeichnete die Reformation als „Weltbürgerin“. Er rief die Kirchen dazu auf, weitere Schritte auf dem Weg zu mehr Einheit zu gehen.

          Weitere Themen

          Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?

          Linke Regierung in Rom möglich

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.

          F.A.Z.-Umfrage zur Lage in Hongkong : Deutsche Unternehmen meiden klare Worte

          Joe Kaeser mahnt gewaltfreien Dialog und Einhaltung des geltenden Rechts in Hongkong an. Viele deutsche Konzerne sind besorgt, drucksen aber herum – sie haben Milliarden in China investiert.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.