Selenskyj in Singapur :
Schwieriges Werben für die Ukraine

Reinhard Veser
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 2. Juni auf der Shangri-La-Konferenz in Singapur
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 2. Juni auf der Shangri-La-Konferenz in SingapurAFP

Die Länder Asiens wollen Peking nicht vor den Kopf stoßen. Für ihre Positionierung zu Russlands Krieg gegen die Ukraine spielt die Haltung Chinas eine große Rolle.

Russland ist nicht jener Anführer des sogenannten globalen Südens, als den Wladimir Putin und seine Propagandisten es gerne darstellen. Aber es ist auch nicht so isoliert, wie es die Ukraine und ihre Verbündeten gerne hätten.

Russlands Angriffskrieg ist für viele Länder des globalen Südens ein weit entfernter Konflikt, in dem die ehemaligen Kolonialmächte auf der Seite des Opfers stehen. Im weltweiten Werben um Unterstützung für die Ukraine, dessen Ausdruck der Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Singapur war, spielen auch Konstellationen und Konflikte hinein, die mit dem Krieg in Europa nur indirekt zu tun haben.

Der offensichtlichste Faktor ist Chinas Bestreben, Russlands Vorgehen als Hebel in seinem eigenen Kampf gegen die Vormacht des Westens zu nutzen. Der Vorwurf Selenskyjs gegen Peking, es hintertreibe den Friedensgipfel in der Schweiz, ist deshalb mehr als nur plausibel.

Chinas Positionierung wiederum ist von Bedeutung für die Länder Asiens, die irgendwie mit dem chinesischen Hegemonialstreben umgehen müssen. Sie haben ein Interesse daran, eine Eskalation der vielen schwelenden Konflikte um Chinas Ansprüche zu vermeiden. Aus ihrer Sicht ergibt es wenig Sinn, Peking in Fragen vor den Kopf zu stoßen, die für die eigene Sicherheit und den eigenen Wohlstand nicht essenziell sind.

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