Briefe : Leserbriefe vom 21. November 2022

Bürgergeld +++ Die deutsche Narbe +++ Viktor Jerofejew +++ Garnisonkirche +++ Denkfarbik Republik 21
Bürgergeld nur für Männer?
Zum Kommentar von Reinhard Müller „Offene Zapfsäule“ in der F.A.Z. vom 17. November: Nun hat der Gesetzentwurf zur Einführung des „Bürgergelds“ tatsächlich in der Länderkammer keine Mehrheit gefunden. Das war gut so, denn ein „Bürgergeld“ wäre doch sicher – nach dem Sprachgebrauch der Gender-Aktivisten, die sich vor allem in der regierenden Ampelkoalition zuhauf tummeln – nur den „Bürgern“, also den Männern, zugutegekommen. Frauen und weitere Personengruppen hätten vermutlich nicht davon profitiert. Deshalb sollte bei einem nun im Vermittlungsausschuss zu suchenden Kompromiss gleichzeitig über den Namen des „größten sozialpolitischen Reformwerkes“ der Ampelkoalition neu und klug nachgedacht werden. Auf den ersten Blick bieten sich – so meine Anregung – folgende Bezeichnungen an: Bürger- und Bürgerinnengeld, BürgerInnengeld, Bürger/innengeld, Bürger:innengeld und schließlich, am verständlichsten, Bürger*innengeld. Aber vielleicht endet die ganze Angelegenheit dann so, wie es uns der Dichter Hans Christian Andersen in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ erzählt, und ein Schulkind, das gerade seinen ersten Deutschunterricht erlebt, ruft empört aus: Was soll dieser Unfug?
Professor Dr. Konrad Breitenborn, Wernigerode





