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Trump und Kim in Singapur : Die Chance auf „ein wahrlich wundervolles Resultat“

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft in Singapur. Bild: EPA

Der amerikanische Präsident ist am Gipfelort eingetroffen und zeigt sich vor dem Treffen mit Nordkoreas Machthaber optimistisch. Der sieht Singapur schon in den Geschichtsbüchern – wenn der Gipfel ein Erfolg wird.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sind zu ihrem geplanten historischen Treffen in Singapur angekommen. Nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Paya Lebar am Sonntag antwortete Trump auf die Frage, wie er den anstehenden Gipfel bewerte: „Sehr gut.“ Er wurde von Singapurs Außenminister Vivian Balakrishnan empfangen.

          Zuvor war bereits Kim in Singapur eingetroffen. Beide Staatsmänner könnten bei ihrer für Dienstag geplanten Begegnung auf der Insel Sentosa einen Durchbruch im Streit über die Atomwaffen Nordkoreas erzielen. Trump hatte sogar eine Friedenserklärung ins Gespräch gebracht – 65 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen im Korea-Krieg. „Singapurs Rolle wird in die Geschichte eingehen, wenn der Gipfel mit Trump ein Erfolg wird“, sagte Kim.

          Kim plant Abreise offenbar für selben Tag

          Kim landete auf dem Changi-Flughafen von Singapur, wo er ebenfalls von Außenminister Balakrishnan empfangen wurde. Ein Autokonvoi, zu dem ein überlanger Mercedes gehörte, fuhr unter enormen Sicherheitsvorkehrungen ins Zentrum von Singapur.

          Das Treffen zwischen Kim und Trump soll am Dienstag um 9 Uhr (Ortszeit, 3 Uhr MESZ) beginnen. Kim wolle am selben Tag um 14 Uhr (Ortszeit, 8 Uhr MESZ) wieder abreisen, sagte ein Insider, der mit den Planungen vertraut ist. Die amerikanische Delegation flog direkt vom G-7-Gipfel in Kanada nach Singapur. Begleitet wird Trump unter anderem vom amerikanischen Außenminister Mike Pompeo, dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton und dem Stabschef im Präsidialamt, John Kelly.

          Kim traf sich bereits am Sonntag mit dem Ministerpräsidenten von Singapur, Lee Hsien Loong. Trump wollte sich am Montag mit Lee austauschen. Lee sagte, der Handel mit Nordkorea könne wachsen, wenn erst einmal die UN-Sanktionen gegen das Land aufgehoben seien. „Es gibt Potential, aber es wird einige Zeit dauern“, sagte Lee der „Straits Times“. Singapur, das einst der siebtwichtigste Handelspartner Nordkoreas war, setzte seine Handelsbeziehungen nach den nordkoreanischen Atom- und Raketentests im vergangenen Jahr aus.

          Im Zuge der Spannungen hatten sich Trump und Kim nicht nur einen verbalen Schlagabtausch geliefert, sie drohten einander auch mit völliger Vernichtung. In seiner Neujahrsansprache erklärte Kim dann, die Entwicklung des Atomprogramms sei abgeschlossen, Nordkorea konzentriere sich nun auf seine wirtschaftliche Entwicklung. Nach Kontakten zwischen beiden koreanischen Staaten schlug Kim Trump ein Treffen vor, und der amerikanische Präsident sagte zu. Als Kim erbost auf Äußerungen eines Trump-Beraters reagierte, sagte Trump die Begegnung kurzerhand wieder ab, nur um wenig später doch wieder zuzusagen.

          Nun zeigte sich Trump unmittelbar vor seiner Abreise nach Singapur zuversichtlich über die Einigungschancen. Am Rande des G-7-Gipfels in Kanada sagte er, er sei davon überzeugt, dass Kim etwas Positives für sein Volk erreichen wolle. Die koreanische Halbinsel müsse von Atomwaffen befreit werden. Seine Reise nach Singapur sei eine Friedensmission. Zugleich machte er deutlich, dass er auch bereit sei, das Treffen wieder zu verlassen. Er werde „binnen einer Minute“ wissen, ob Kim ernsthaft bereit sei, seine Waffen aufzugeben. Wenn er den Eindruck gewinne, dass Kim es nicht ernst meine, werde er die Gespräche nicht fortsetzen.

          Doch selbst wenn auf der Insel Sentosa, wo Kim und Trump in einem Luxushotel beraten sollen, keine Einigung erzielt wird, schreiben die beiden Geschichte. Es ist das erste Treffen eines amtierenden amerikanischen Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber.

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