Sergej Schojgu : Der Lebensretter

Der neue Posten von Sergej Schojgu, russischer Verteidigungsminister, gilt als Himmelfahrtskommando. Bis jetzt hat sich der ungediente General allerdings als Überlebenskünstler erwiesen.
Seine Vorfahren waren Vieh züchtende Nomaden, der Vater brachte es mit dem Parteibillett der sowjetischen Kommunisten bereits zum stellvertretenden Regierungschef in der autonomen Republik Tywa an der Grenze zur Mongolei. Sergej Schojgu, sein Sohn, muss als Schüler ein ziemliches Rauhbein gewesen sein; denn sie nannten ihn „Satansbraten“. Aus Rücksicht auf die hohe Stellung des Vaters geschah nichts. Nach einem Studium in Krasnojarsk und vielen Jahren auf sibirischen Baustellen ging Schojgu Anfang der neunziger Jahre nach Moskau. Er engagierte sich in einem Korps freiwilliger Lebensretter und wurde Chef der Organisation. Während des Putsches der Betonkommunisten im August 1991 halfen Schojgus Lebensretter auch politisch. Reformer Michail Gorbatschow saß auf der Krim fest. Schojgu unterstützte mit seinen Leuten in Moskau den einzigen ernst zunehmenden politischen Widerpart der Putschisten, den gewählten Präsidenten Russlands Boris Jelzin.





