Vergessene Krise : 250 Flüchtlinge zurück aufs Meer geschickt

In Indonesien treffen binnen weniger Tage 600 Flüchtlinge in morschen Booten ein. Die Bereitschaft zur Hilfe stößt an ihre Grenzen.
Das Holzboot hatte ein Leck und war überfüllt. Seine Insassen waren erschöpft, hungrig und durstig. Doch den staatenlosen Rohingya an Bord des morschen Kahns erging es auch an der Küste Indonesiens am Donnerstag so ähnlich, wie es ihnen wohl schon vorher oftmals ergangen war. Die Anwohner verweigerten den etwa 250 Flüchtlingen, die wochenlang auf dem Meer unterwegs gewesen waren, den Weg an Land. Schon in den Tagen zuvor waren zwei Boote mit 146 und 194 Passagieren an ihrer Küste eingetroffen. Sie wurden noch bereitwillig aufgenommen. Doch beim dritten Boot hatte es den Anwohnern in der nordwestindonesischen Provinz Aceh offenbar gereicht. Sie zwangen die sich dicht drängenden Rohingya-Flüchtlinge zur Rückkehr auf das offene Meer. Seither fehlt von ihnen jede Spur.


