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Proteste bis zur Staatskrise : Im Hongkonger Straßenkampf

Schülerinnen mit Maske stehen rund um das Gebäude des St. Stephen’s Girls’ College in Hongkong und fordern damit Präsident Donald Trump auf, Hongkong von China zu befreien. Bild: dpa

Die Proteste in der Stadt sind zu einer Staatskrise geworden. Noch immer stellen sich vermummte Aktivisten der Polizei entgegen – doch sie wirken erschöpft. Dabei steht die größte Auseinandersetzung wohl noch bevor.

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          Die Demonstranten haben mit Pappkartons ein Feuer vor der U-Bahn-Station Central entzündet. Sie haben eine Scheibe zerschmettert, die Ticketautomaten mit Sekundenkleber außer Betrieb gesetzt und Mülleimer auf den Rolltreppen entleert. Eine Gruppe begibt sich auf den Weg zur U-Bahn-Station Causeway Bay, wo eine Hundertschaft Bereitschaftspolizisten schon auf sie wartet. Die Demonstranten sehen mit ihren Gasmasken, Taucherbrillen, Knieschonern und schwarzen Leggins aus wie Kämpfer aus „Star Wars“. Einer sammelt Bambusstangen vom Straßenrand auf, die dort für Gerüstbauten bereitliegen. Er wirft sie einem anrollenden Mercedes in den Weg und bedeutet dem Fahrer, dass diese Straße nun gesperrt ist.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Vermummten nennen sich Frontkämpfer. Für Agnes und Fiona aber sind sie nur „die Kinder“. Die beiden Frauen Mitte 40 sind auf dem Rückweg von einer Kundgebung vor dem amerikanischen Konsulat, zwei Bankangestellte in Pumps und Bluse. Die Zerstörung in der U-Bahn-Station finden sie „vernünftig“. „Sie wollen damit nur die Polizei aufhalten, um uns zu schützen“, sagt Fiona. Ihre Freundin findet, es sei richtig, den U-Bahn-Betreiber zu bestrafen.

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