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Nach Talibanoffensive : Nato könnte Einsatz in Afghanistan erweitern

Vier-Sterne General Hans-Lothar Domröse. Bild: dpa

Afghanistans Sicherheitskräfte wurden in Kundus von den Taliban überrascht. Hans-Lothar Domröse, deutscher Nato-General, schlägt nun vor, die Truppen „robust“ zu beraten.

          Nach der überraschenden Erstürmung der nordafghanischen Provinzstadt Kundus durch Einheiten der Taliban wird in der Nato nicht nur eine Verlängerung der laufenden Ausbildungsmission „Resolute Support“ ins Auge gefasst, sondern auch über begrenzte Erweiterungen des Missionsauftrages nachgedacht. Der deutsche Vier-Sterne General Hans-Lothar Domröse, der das Nato-Hauptquartier in Brunssum führt, sprach von Erwägungen, den afghanischen Sicherheitskräften stärkeren Zugang zu Aufklärungs- und militärischen Nachrichten-Erkenntnissen der Allianz zu gestatten.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Domröse äußerte sich in Saragossa während der Endphase der Nato-Übung Trident Juncture, dem größten Manöver, das die Nato seit mehr als einem Jahrzehnt in einem Übungsraum abgehalten hat, der Teile des Mittelmeers, sowie Italien, Spanien und Portugal umfasst. Er sagte im Blick auf Afghanistan, die gegenwärtige Mission müsse womöglich im Sinne einer „robusten Beratung“ erweitert werden.

          Es gehe weiterhin darum, afghanische Kommandeure und Offiziere in ihren Entscheidungen zu begleiten; es habe sich aber durch den Fall von Kundus, welches inzwischen von afghanischen Streitkräften zurückerobert wurde, auch die Frage gestellt, ob die Nato erwägen müsse, den afghanischen Partnern Zugang zu kritischen Fähigkeiten der Nato-Partner zu gestatten, vor allem zu Aufklärungsergebnissen über die Bewegungen der Taliban, aber auch zu taktischer Luftunterstützung, welche gegenwärtig nur die amerikanischen Luftstreitkräfte in Ausnahmefällen aufgrund bilateraler Vereinbarung mit den Afghanen bereitstellen.

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