https://www.faz.net/-gpf-6x3rs

Libyen : Gaddafi-Getreue erobern Bani Walid zurück

Libyen Bild: F.A.Z.

Anhänger Gaddafis haben nach Angaben örtlicher Behörden Bani Walid erobert. Bei dem Angriff seien fünf Soldaten der neuen Führung getötet worden, heißt es.

          Truppen der libyschen Übergangsregierung sind am Dienstag nach Bani Walid ausgerückt und haben die Stadt umstellt. Der Sender Al Arabija zitierte Kämpfer mit den Worten, sie wollten die einstige Hochburg des getöteten Machthabers Muammar al Gaddafi „ein zweites Mal befreien“. Innenminister Fausi Abd al Aal, hatte zuvor in einer Fernsehansprache gesagt, wer mit dem alten Regime sympathisiere, habe keine Gnade zu erwarten. Ein Sprecher des Innenministeriums in Tripolis hatte die Kämpfe in Bani Walid vom Montag zunächst heruntergespielt. Es handle sich lediglich um einen Versuch von Stämmen, verhaftete Mitglieder zu befreien, sagte er. Der Innenminister hatte Berichte dementiert, nach denen dort die grüne Flagge Gaddafis gehisst wurde sei. Er führte die Gewalt auf ausstehende Kompensationszahlungen an Einwohner der einstigen Bastion Gaddafis zurück, in der es während des Bürgerkrieges schwere Kämpfe gegeben hatte.

          Kritik wegen Intransparenz

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Anhänger Gaddafis hatten nach Angaben der örtlichen Behörden am Montag Bani Walid erobert. Bis zu 150 mit schweren Waffen ausgestattete Kämpfer seien in die Stadt eingedrungen, sagte Mahmud al Warfalli, der Sprecher des Stadtrats. „Der Nationale Übergangsrat und das Verteidigungsministerium lassen uns hängen“, sagte er. Seit zwei Monaten habe man Tripolis vor einer Rückeroberung durch Gaddafi-Getreue gewarnt. Die Bewaffneten hätten die „Kaserne 28. Mai“ gestürmt und alle Waffen mitgenommen, sagte der Lokalpolitiker Mubarak Fotmani der arabischen Zeitung „Al Sharq al Awsat“. Danach hätten sie das Gebäude des Stadtrats in Brand gesetzt, die ganze Stadt unter ihre Kontrolle gebracht und die grüne Flagge gehisst. Bei dem Angriff seien fünf Soldaten der neuen Führung getötet worden. Der Sender Al Dschazira zitierte Bürgermeisters Muhammad Baschir mit den Worten, die Soldaten des Übergangsrats hätten die Stadt am Montagabend nach Kämpfen, die vier Stunden gedauert hätten, verlassen. Fathi Badscha ein Mitglied des Stadtrats, sagte, die Verwundeten in den Straßen hätten wegen Heckenschützen nicht geborgen werden können.

          Der Vorsitzende des Rates Mustafa Abd al Dschalil forderte die Libyer zu Geduld auf

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach Unwettern : Verkehr in Teilen Deutschlands gestört

          Ein starkes Unwetter sorgt in Teilen Deutschlands für Störungen und Ausfälle im Bahnverkehr. Auch auf vielen Autobahnen gibt es massive Behinderungen. Am Frankfurter Flughafen wird die Abfertigung zwischenzeitlich eingestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.