Gewalt im Westjordanland : Die Angst vor den bewaffneten Siedlern

Schikane durch Soldaten, Angriffe von Siedlern: Der Palästinenser Issa Amro trägt solche Fälle in der geteilten Stadt Hebron zusammen. Was er seit dem 7. Oktober erlebt, ist sogar für ihn neu. Irgendwann, sagt er, drehen die Leute hier durch.
Mit schnellen Schritten stapft Issa Amro den Trampelpfad zwischen den Olivenbäumen hinauf. Es ist kalt an diesem grauen Tag in Hebron. Am Himmel hängen düstere Wolken, das Gras ist noch nass vom Regen. Und doch hat Amro Schweißperlen auf der Stirn, als er sein Haus auf dem kleinen Hügel erreicht hat. „Sie haben mich mal wieder am Checkpoint festgehalten“, sagt er und entschuldigt sich für die Verspätung. Eigentlich hatte er eine Stunde früher da sein wollen. Dann zeigt er auf den olivgrünen Overall, den er am Körper trägt. „Alles musste ich ausziehen, schon wieder.“ Erschöpft kramt er in seiner Tasche nach dem Haustürschlüssel. „Mit einem Palästinenser sollte man sich hier im Moment lieber nicht für eine feste Uhrzeit verabreden. Seit Oktober kann man sich in Hebron auf überhaupt nichts mehr verlassen.“
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
- Mit einem Klick online kündbar





