Gipfeltreffen zur Ukraine-Krise : Warten auf Putin

Wladimir Putin ließ Angela Merkel in Mailand warten. Und auch nach ihrem Treffen ist ein stabiler Frieden im Osten der Ukraine nicht in Sicht. Schuld soll nach Moskauer Lesart mal wieder der Westen sein.
Wer wollte es Wladimir Putin verdenken, dass er lieber etwas länger bei seinen Verehrern in Belgrad blieb, als pünktlich zur Verabredung mit Angela Merkel nach Mailand zu reisen? Dass der russische Präsident die Bundeskanzlerin warten ließ, ehe er zum frostigen Treffen in der Nacht anrückte, war die ganze Botschaft: Putin, nicht zu konstruktiven Gesprächen aufgelegt, verharrt(e) lieber in konfrontativer Haltung.
Selbst wenn Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi Fortschritte erkennen wollte – Gastgeber tun so etwas –, es gab bei der Verwirklichung des Friedensplans mit Kiew keinen Durchbruch. Auch der Rückzug russischer Truppen von der Grenze zur Ukraine, den Putin am vergangenen Wochenende lauthals ankündigte, ist nicht vollzogen worden. Alles nur die Schuld einiger Teilnehmer an den Mailänder Gesprächen, die voreingenommen und unflexibel seien, wie die russische Seite klagt? Nur Missverständnisse? Keineswegs. Was Moskau gegenüber der Ukraine verfolgt, entspringt keinem Missverständnis, sondern eiskalter Machtpolitik. Europäische Standfestigkeit ist da sehr angebracht.



