Taliban als „Partner“? :
EU stellt Bedingungen für Dialog

Klaus-Dieter Frankenberger
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Die neuen Herrscher in Afghanistan: Bewaffnete Taliban in Kandahar
Die neuen Herrscher in Afghanistan: Bewaffnete Taliban in Kandahardpa

Unangenehm, aber wahr: Auf einigen Feldern braucht die EU die Kooperation der Taliban. Was ist, wenn die nicht mitspielen? Lassen wir uns dann erpressen?

Wenn der EU-Außenbeauftragte Borrell sagt, „wir werden mit der neuen Regierung in Afghanistan in Dialog treten müssen“, so klingt das resigniert. Aber realpolitisch führt kein Weg daran vorbei. Denn die Europäer brauchen die Bereitschaft der Taliban, mit ihnen zusammenzuarbeiten: Noch immer sind schutzbedürftige Menschen im Land, die ausreisen wollen; es droht eine humanitäre Notlage und damit über kurz oder lang eine große Fluchtbewegung in Richtung Europa. Auf keinen Fall soll Afghanistan wieder zur Operationsbasis und zum Rückzugsraum für transnational operierende Terroristen und Dschihadisten werden.

Die Taliban könnten die europäischen Bedingungen erfüllen, wenn sie tatsächlich einen weniger radikalislamistischen Kurs einschlagen. Das würde ihnen zu internationaler Legitimität verhelfen und dazu führen, dass westliche Hilfe wieder gewährt wird. Aber was ist, wenn die neuen Herrscher nur zum Schein auf die Forderungen eingehen oder gar nicht daran denken, diese zu erfüllen? Dann bliebe Europa noch immer daran interessiert, dass nicht abermals eine große Fluchtbewegung in Gang kommt und nicht wieder Terrorgruppen vom Hindukusch aus ihr Unwesen treiben. Würde man sich erpressen lassen?

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Fürs erste bleibt den Europäern nichts anderes übrig, als eine Form der Zusammenarbeit unterhalb der Schwelle der Anerkennung zu suchen. Werden sie hinter das Licht geführt, wären Konsequenzen unausweichlich.