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Vatikan-Finanzen : Eine unendliche Geschichte

Ein Kreuz mit dem Geld: Schalterhalle der Vatikan-Bank IOR Bild: dpa

Wieder einmal geht es im Vatikan voran, diesmal im Kampf gegen Geldwäsche. Doch wie viele Anläufe haben Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt XVI. schon genommen?

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          Wenn aus dem Vatikan wieder einmal die Nachricht kommt, der Papst habe wieder einmal neue Vorschriften in Kraft gesetzt, die den Umgang mit Geld wieder einmal aus der seit Jahrhunderten sattsam eingeübten Klandestinität holen sollen, dann stellt sich wieder einmal die Frage, die sich schon bei den letzten vergleichbaren Ankündigungen gestellt hat: Was ist dem mittlerweile mehr als sechs Jahre währenden Pontifikat wirklich geschehen, um das Finanzgebaren der verschiedenen Akteure einschließlich des Papstes selbst auch nur den elementarsten Anforderungen an Klarheit und Wahrheit zu unterwerfen?

          Sicherlich kann man auf dem Standpunkt stehen, dass es – wie beim Thema sexuelle Gewalt auch – nicht Jahre braucht, sondern Jahrzehnte, um Mentalitäten zu ändern. Auch die Durchsetzung neuen Rechts in einer so komplexen Organisation wie der Kirche ist eher eine Frage von Jahrzehnten denn von Jahren.

          Andererseits hat die Kirche zumindest in den westlichen Gesellschaften ihren moralischen Kredit in Sachen Geld und Macht nahezu aufgezehrt. Auch das Geld fließt in Richtung Vatikan nicht mehr in den früher vertrauten Strömen, nicht einmal mehr aus den Vereinigten Staaten.

          Mit Wohlverhaltensappellen in eigener Sache oder der Ankündigung neuer Regeln ist es daher nicht getan, soll das Ansehen der Institution nicht noch weiter sinken. Ohne eine unabhängige Kontrolle des kirchlichen Finanzgebarens einschließlich umfangreicher Rechenschaftspflichten und Sanktionsmöglichkeiten wird gerade Franziskus dieses Problems nicht Herr werden.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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