https://www.faz.net/-gpf-75qbk

Berlusconi-Prozess : Tänzerin Ruby erscheint erstmals vor Gericht

Immer noch im Zentrum des Medienrummels: Karima El Mahroug, alias „Ruby“, am Montag vor dem Mailänder Gericht Bild: AP

Im Korruptionsprozess gegen den früheren italienischen Regierungschef Berlusconi ist erstmals die Tänzerin Ruby vor Gericht erschienen. Berlusconis Anwälte beantragten eine Vertagung während des Wahlkampfs.

          1 Min.

          Im Prozess gegen Italiens früheren Regierungschef Silvio Berlusconi ist die Marokkanerin Karima El Mahrough, die in den Medien unter dem Namen „Ruby Rubacuori“ (Ruby, die Herzensbrecherin) bekannt wurde, erstmals vor Gericht erschienen. Die Anwälte Berlusconis verzichteten jedoch auf eine Befragung der 20 Jahre alten Tänzerin und beantragten, den Prozesses auf die Zeit nach dem Wahlkampf zur Parlamentswahl im Februar zu vertagen. Die Richter zogen sich daraufhin zu Beratungen zurück. Sie lehnten das Gesuch aber anschließend ab.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Berlusconis Anwalt Niccolo Ghedini begründete seinen Antrag damit, dass mit der Vertagung jede „Instrumentalisierung“ des Prozesses zu politischen Zwecken während des Wahlkampfs verhindert werden sollte. Die Mailänder Staatsanwältin Ilda Boccassini wies den Antrag jedoch als Versuch zur Verzögerung des Prozesses zurück. „Weder ist Berlusconi der Generalsekretär seiner Partei, noch kandidiert er als Regierungschef“, sagte Frau Boccassini laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Die Staatsanwältin ist für ihre Hartnäckigkeit bekannt, sie vertritt die Anklage auch in einem anderen Korruptionsprozess gegen Berlusconis britischen Anwalt David Mills.

          Berlusconis Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit) äußerte sich wie zu erwarten kritisch zu der Entscheidung der Mailänder Richter. Berlusconi sei der Koalitionsführer des Mitte-Rechts-Bündnisses, daher könne seine Rolle im Wahlkampf nicht einfach in Frage gestellt werden, sagte der PdL-Führer der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments gegenüber dem Internetauftritt der Tageszeitung Corriere della Sera.

          Berlusconi ist angeklagt, mit Ruby Sex gehabt zu haben, als diese noch minderjährig war. Der 76 Jahre alte Politiker soll zudem seine Macht missbraucht haben, um im Jahr 2010 Rubys Freilassung nach ihrer Festnahme durch die Polizei zu erreichen. Beide weisen die Vorwürfe zurück. Ruby war bereits zuvor als Zeugin vorgeladen. Nachdem sie im Dezember einer Vorladung nicht gefolgt war, verurteilte sie das Gericht zu einer Geldstrafe. Ihrer Anwältin zufolge befand sie sich seit November mit Freund und Tochter in Mexiko.

          Weitere Themen

          Von der Leyen wirbt für EU-Wiederaufbauplan Video-Seite öffnen

          Europas Zukunft : Von der Leyen wirbt für EU-Wiederaufbauplan

          Der europäische Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 soll einen Umfang von 1,1 Billionen Euro haben. Die Kommissions-Präsidentin sagte, das Geld solle neben der Bekämpfung der Corona-Krise für mehr Klimaschutz und eine stärkere Digitalisierung eingesetzt werden.

          Topmeldungen

          Die Astronauten Douglas Hurley (links) und Robert Behnken vor der Abschussrampe der Space-X-Rakete in Florida.

          Raketenstart in Amerika : Der Weltraum, unendliche Weiten

          Amerika steht vor der Rückkehr in die bemannte Raumfahrt. Elon Musk spielt dabei eine große Rolle. Doch er ist nicht der einzige, der große Ziele verfolgt.

          Gegenwind für Xing : Bitte duzen Sie mich nicht!

          Das Karrierenetzwerk Xing will seine Nutzer künftig mit „Du“ ansprechen. Und hatte anscheinend nicht damit gerechnet, wie sehr das „Sie“ noch in der Arbeitswelt verwurzelt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.