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Sicherheitspakt gegen China : Fulminante Gegenreaktion

„Historischer Schritt“: Die Regierungschefs Großbritanniens, Australiens und der Vereinigten Staaten zum neuen Sicherheitspakt Bild: EPA

Dass Washington und London bereit sind, Nukleartechnik an Australien weiterzugeben, zeigt, für wie ernst die chinesische Herausforderung angesehen wird.

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          Die großen geopolitischen Verschiebungen im asiatisch-pazifischen Raum als Folge des chinesischen Expansionismus führen zu einer fulminanten Gegenreaktion: Australien, das Vereinigten Königreich und Amerika schließen einen Sicherheitspakt, der darauf zielt, China von der Anwendung seiner (militärischen) Macht abzuschrecken.

          Besonders brisant an dem Pakt sind die nukleargetriebenen U-Boote, die Australien mit amerikanischer und britischer Hilfe herstellen wird. Allein der Umstand, dass Washington und London bereit sind, Nukleartechnik an ein Partnerland weiterzugeben, das nicht über Atomkraft verfügt, zeigt, für wie ernst die chinesische „Herausforderung“ angesehen wird.

          Dass Peking wütend auf den Pakt und dessen militärische Komponente reagiert und darin eine Provokation sieht, überrascht nicht. Dass auch Paris wütend auf die Abmachung reagiert, ist nachvollziehbar. Denn der Vertrag, den französische Firmen für den Bau konventioneller U-Boote für Australien besaßen, ist nun perdue. Die deutsche Politik reagiert erwartbar alarmiert, weil sie fürchtet, in der Auseinandersetzung mit China unter die Räder zu kommen.

          Welche Schlüsse lassen sich noch ziehen? Der Pakt wurde einen Monat nach Abzug aus Afghanistan geschlossen. Biden wollte sich auf China konzentrieren; er tut es und schließt neue strategische Sicherheitspartnerschaften. Und: Im Rüstungssektor gibt es keine Skrupel. Britische Versuche, Pariser Verärgerung zu dämpfen, sind Heuchelei.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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