Ägypten :
Unter Druck

Klaus-Dieter Frankenberger
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Ägyptens Militärs behaupten, sie kämpften „nur“ gegen Terroristen. Aber die zögen sie sich, zumindest zum Teil, selbst heran. Genau so, wie es anfangs bei Al Qaida der Fall war.

Unbeeindruckt von aller Kritik denken die Militärmachthaber in Ägypten nicht daran, Druck von den Muslimbrüdern zu nehmen. Sie wollen diese als ernstzunehmende politische Kraft und als Konkurrenten um die Macht ausschalten; die Festnahme des Führers der Islamisten soll deren Handlungsfähigkeit schwächen. Von fundamentalen demokratiepolitischen Erwägungen abgesehen, birgt dieses Vorgehen die Gefahr, dass die Islamisten, ihrer Führung beraubt und mit Gewalt niedergezwungen, sich weiter radikalisieren und in den terroristischen Untergrund gehen.

Das wäre eine sich selbst erfüllende Vorhersage: Die Militärs behaupten, sie kämpften „nur“ gegen Terroristen, aber die zögen sie sich, zumindest zum Teil, selbst heran - genau so, wie es bei der ersten Generation von Al Qaida der Fall war. Auf der anderen Seite müssen die Islamisten der Wirklichkeit ins Auge sehen: Mohammed Mursi wird nicht wieder in das Präsidentenamt zurückkehren, ein großer Teil der Ägypter heißt die politische Verbannung der Islamisten gut. Forderten diese weiter das Militär heraus, würde Ägypten zum Polizeistaat.

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