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Corona-Krise : Manager müssen auf Gehalt verzichten

Linde-Chef Steve Angel ist bestbezahlter Vorstandschef Europas. Bild: dpa

Die Vergütungsberatung HKP rechnet 2020 mit einem Rückgang der Managergehälter in europäischen Großunternehmen um rund 20 Prozent. Viele Spitzenverdiener kündigten aber auch Spenden an.

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          Die Gehälter für Europas Spitzenmanager werden in diesem Jahr wegen der Pandemie voraussichtlich deutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren. Die Vergütungsberatung HKP rechnet 2020 mit einem Rückgang der Managergehälter in europäischen Großunternehmen um rund 20 Prozent.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dafür gibt es drei Gründe: Zum einen verzichten im Zuge der Pandemie einige Manager vorübergehend freiwillig auf Teile ihres Festgehalts, um Solidarität mit ihren Mitarbeitern zu zeigen, die oft in Kurzarbeit geschickt worden sind. Vor allem aber haben viele Manager auch weniger Ansprüche auf Boni, weil die Gewinne und Umsätze ihrer Unternehmen in diesem Jahr eingebrochen sind.

          „In vernünftig gestalteten Vergütungssystemen müssen die Gehälter in einem solchen Krisenjahr deutlich geringer ausfallen: Und das tun sie auch“, sagt HKP-Vergütungsexperte Michael Kramarsch im Gespräch mit der F.A.Z. Er bezieht sich damit auf die Kritik, die komplexen Vergütungssysteme der Manager seien allzu häufig so gestaltet, dass auch in schlechten Zeiten Boni ausgezahlt würden. Die Pandemie werde in diesem Punkt zum „Lackmustest“ für professionelle Vergütungssysteme: „Unser ganzes Wirtschaftssystem steht hier unter Beobachtung.“

          Rund 41 Millionen Euro für Teamviewer-Chef

          Zum Dritten sind Staatshilfen für Unternehmen in der Corona-Krise oft an die Bedingung geknüpft, dass die Managergehälter bestimmte Grenzen nicht überschreiten. „Anders als in der Finanzkrise vor zehn Jahren sind die Regeln zum Gehaltsverzicht in dieser Krise aber weniger klar definiert“, sagt Kramarsch.

          Im vergangenen Jahr hatten sich die Managergehälter in Europa noch „weitgehend stabil“ entwickelt. Im Schnitt wurde den Vorstandsvorsitzenden der rund 70 in den Stoxx-Indizes gelisteten Unternehmen eine Direktvergütung von sechs Millionen Euro gewährt. In Deutschland sorgte zuletzt das Gehalt von Teamviewer-Chef Oliver Steil für Schlagzeilen.

          Viele wollen Teile ihres Gehalts spenden

          Dem Geschäftsführer des schwäbischen Softwareunternehmens flossen im vergangenen Jahr rund 41 Millionen Euro zu, großteils allerdings als Sonderzahlung vom Finanzinvestor Permira, der im Zuge des Börsengangs des Unternehmens Kasse machte (F.A.Z. vom 13. Mai). Betrachtet man nur die tatsächlich für das vergangene Jahr gewährte Vergütung, führt Linde-Chef Steve Angel mit einem Jahresgehalt von 16,5 Millionen Euro die Rangliste der bestbezahlten Vorstandsvorsitzenden in Europa an.

          Rund ein Drittel der in den Stoxx-Indizes gelisteten Unternehmen hat laut der Auswertung der Berater angekündigt, dass ihre Vorstandsvorsitzenden auf Teile ihrer Vergütung freiwillig verzichten oder einen Teil davon spenden – vor allem in Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Verzicht angekündigt haben etwa Adidas, BASF, Daimler, Danone, LVMH, Kering und SAP.

          Einen Teil ihres Gehalts spenden wollen unter anderem die Chefs von Siemens, SAP, ABB, Enel, BP, UBS und HSBC. Die Corona-Krise werde das Vergütungstableau noch „erheblich verändern“, prophezeit Verena Vandervelt von HKP. Gehaltssteigerungen werde es vor allem für Spitzenmanager der Technologiebranche geben.

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