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Evangelische Kirche : Bedford-Strohm weist Angst vor Islamisierung zurück

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Nicht kleingläubig: Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm Bild: dpa

Die von vielen Deutschen und einigen Politikern geäußerten Ängste vor einer Islamisierung Deutschlands durch muslimische Flüchtlinge weist Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit der F.A.S. vehement zurück. Der EKD-Ratsvorsitzende vertraut auf die Kraft des christlichen Glaubens.

          Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Ängste vor einer Islamisierung Deutschlands als „kleingläubig“ zurückgewiesen. „Trauen wir unserem Glauben so wenig zu, dass wir befürchten müssen, bei 50 Millionen Christen könnte durch ein, zwei oder drei Millionen Muslime in Deutschland die christliche Kultur verschwinden?“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

          Jeder Bürger in Deutschland könne dazu beitragen, dass die Kraft des christlichen Glaubens wieder sichtbarer werde, fügte der bayrische Landesbischof hinzu. Zuvor hatte auch die frühere Ratsvorsitzende Margot Käßmann die Angst vor einer Islamisierung Deutschlands als „Unsinn“ bezeichnet. Zwei Drittel der Deutschen seien Mitglied einer Kirche und im Land lebten vier Millionen Muslime, von denen viele säkularisiert seien, sagte sie dem „Tagesspiegel“.  „Es gibt auch Extremisten, aber auf allen Seiten: Die einen werfen Brandsätze auf Flüchtlingswohnheime, andere lassen sich von Salafisten anwerben.“

          Bedord-Strohm wandte sich gegen einen militärischen Einsatz der Bundeswehr in Syrien. Er lehne militärische Gewalt gegen den IS nicht grundsätzlich ab. Die zivilen Mittel wie die Austrocknung der Finanzströme seien aber noch nicht ausgeschöpft, und es gebe kein klares Konzept über die Ziele eines Syrieneinsatzes. Die Lage in Syrien sei sehr unübersichtlich, und er sehe keine ausreichenden Chancen, mit den geplanten militärischen Mitteln zum Erfolg zu kommen.

          Mit Blick auf die Versorgung der Flüchtlinge sagte der Ratsvorsitzende, es gebe ausreichende Steuereinnahmen, um Hilfen für die Menschen zu finanzieren. Wichtig sei, dass die Unterstützung für Flüchtlinge nicht auf Kosten der sozial Schwachen in Deutschland gehe.

          Der bayrische Landesbischof kritisierte zudem eine wachsende Hetze in den sozialen Netzwerken. Er sorge sich um die Kommunikationskultur im Internet; sie könne Vorbote dessen sein, was später als salonfähig gelte. „Hetze muss gelöscht werden. Auch Konzerne wie Facebook müssen Grenzen beachten“, sagte er. Die Demokratie müsse sich als wehrhaft erweisen.

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