Muslime in Frankreich : Schweigende Mehrheit in Geiselhaft

Französische Muslime befürchten, dass Vorurteile gegen sie nach dem Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ weiter wachsen werden. Sie fühlen sich von radikalen Fanatikern missbraucht.
Dalil Boubakeur ringt um Worte. „Einen Schlag gegen alle Muslime in Frankreich“, nennt der Vorsitzende des Islamrates Conseil français du culte musulman (CFCM) das Blutbad in der Redaktion von „Charlie Hebdo“. Denn natürlich würden nach „der barbarischen Tat“ die Vorurteile gegen die Muslime wieder wachsen – wegen „dieser Fanatiker, die sich auf den Islam berufen“. „Die Muslime sind traumatisiert. Uns als schweigender Mehrheit reicht es, von Wahnsinnigen, die den Islam für sich beanspruchen, in Geiselhaft genommen zu werden“, sagt der Rektor der Moschee von Bordeaux, Tareq Oubrou. Er fordert alle Muslime auf, sich in Massen an den Solidaritätskundgebungen für die Ermordeten zu beteiligen. „Wir dürfen nicht länger zulassen, dass der Islam von Fanatikern missbraucht wird“, sagt Oubrou.


