Arbeitsmarktreformen : Hollande macht den Schröder

Obwohl es in ganz Frankreich zu Protesten und Streiks kommt, weicht Präsident Hollande von seinen Reformenplänen nicht ab. Inzwischen bezeichnet er sich als „Sozialdemokrat“ - in Anlehnung an Gerhard Schröder.
Der französische Präsident bleibt standfest. Das zumindest hat François Hollande am Dienstag bekundet, während im ganzen Land neue Proteste gegen die geplante Arbeitsmarktreform organisiert werden. Lastwagenfahrer blockierten wichtige Verkehrsachsen; insbesondere die Bretagne, aber auch Bordeaux, Lille und Marseille waren von Straßensperrungen betroffen. Der Unmut hat inzwischen auch Beschäftigte der Bahn und der öffentlichen Verkehrsmittel erfasst. Die „Nuit Debout“-Bewegung am Place de la République und auf mehreren Plätzen in anderen französischen Städten geht in die sechste Woche. Hollande sagte, zu oft hätten sich Regierungen in Frankreich dem Zorn der Straße gebeugt. „Mir ist es lieber, dass von mir das Bild eines Präsidenten bleibt, der auch unpopuläre Reformen durchgesetzt hat, als das eines Präsidenten, der nichts unternommen hat“, sagte Hollande am Dienstag im Radiosender „Europe 1“.


