schluss für heute : Freunde, Feinde, Hunde
Theo Zwanziger hat den Frauenfußball jahrelang gehegt und gepflegt wie ein Westerwälder Kleingärtner sein Pflanzenreich, und jetzt, da die Saat bei der vor einer Woche zu Ende gegangenen WM auf deutschem Boden endlich aufgegangen ...
Theo Zwanziger hat den Frauenfußball jahrelang gehegt und gepflegt wie ein Westerwälder Kleingärtner sein Pflanzenreich, und jetzt, da die Saat bei der vor einer Woche zu Ende gegangenen WM auf deutschem Boden endlich aufgegangen ist, fällt dem DFB-Präsidenten nichts anderes ein, als die Fußballfrauen unter Artenschutz zu stellen: Angeschaut werden, das dürfen sie, aber wehe, es zupft jemand an ihnen herum! So, wie es, im übertragenen Sinne, nach Zwanzigers Meinung die allzu kritischen Herren Siegfried Dietrich und Bernd Schröder getan haben, die sich während der WM darüber beklagten, dass das Gehabe der Bundestrainerin Silvia Neid seltsame Blüten treibe. Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, und Schröder, Trainer von Turbine Potsdam, haben sich zwar um den Frauenfußball verdient gemacht, aber Zwanziger tut jetzt so, als ob sie in seinem Paradiesgärtlein wilderten. Beim Frauenfußball, so seine präsidiale Ermahnung, handele es sich um "ein zartes Pflänzchen", auf das "alle aufpassen" müssten: "Wir dürfen keine Streitkultur wie im Männerfußball einführen." Mit seinem Anliegen, den Frauenfußball quasi zum Naturschutzgebiet zu erklären, stieß Zwanziger allerdings selbst im eigenen Vorgarten auf Widerstand. Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer tat nämlich sein Unverständnis darüber kund, dass sich Silvia Neid immer noch bar jeder Selbstkritik zeigt. Wie heißt es so schön: Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner.
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