Anne Lauvergeon soll EADS-Chefaufseherin werden
Im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wird ein Führungsposten frei, und wieder einmal setzt dies lautstarke Manöver auf mindestens einer Seite des Rheins in Gang.
Im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wird ein Führungsposten frei, und wieder einmal setzt dies lautstarke Manöver auf mindestens einer Seite des Rheins in Gang. Die französische Regierung hat mit Unterstützung des Präsidenten François Hollande die ehemalige Vorstandsvorsitzende des staatlichen Nuklearkonzerns Areva, Anne Lauvergeon, als künftige EADS-Verwaltungsratsvorsitzende vorgeschlagen. Nachdem zuerst unterstützende Signale aus dem Elysée-Palast und vom Sitz des Premierministers gekommen waren, sprach am Montag der französische Finanzminister Pierre Moscovici klare Worte: Anne Lauvergeon habe „alle Qualitäten, um eine bedeutende Rolle bei EADS zu spielen“, sagte der Minister in einem Radio-Interview in Frankreich. Die aufgrund ihrer Erfahrung in der Nuklearindustrie gerne als „Atomic Anne“ bezeichnete Französin ist freilich nicht die einzige Kandidatin: Der amtierende Verwaltungsratsvorsitzende des französisch-amerikanischen Telekomausrüsters Alcatel-Lucent, Philippe Camus, ist auch interessiert. Vor allem genießt er die Unterstützung des EADS-Managements um den Vorstandsvorsitzenden Tom Enders. Doch Frankreich darf mit seinem Staatsanteil von 15 Prozent ein Wörtchen mitreden: „Camus hat bei Alcatel viel zu tun“, sagte Moscovici kurzerhand. Das politische Paris hat seine Präferenzen somit in den Ring geworfen.





