Verdi gegen DGB : Gewerkschafter bestreiken Gewerkschaft

Die 750 Mitarbeiter der DGB Rechtsschutz GmbH sind am Dienstag aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. In einer Protestveranstaltung vor der Bundeszentrale des DGB fordern sie 6,5 Prozent mehr Gehalt.
Gewerkschaften wettern gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon, geißeln Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge und das Outsourcing ganzer Betriebseinheiten. Als Arbeitgeber stehen sie nur selten im Fokus. Am Dienstag wird das kurz anders sein: Dann streiken Gewerkschafter gegen ihre Gewerkschaft. Die Angestellten der DGB Rechtsschutz GmbH fordern mehr Gehalt als die 0,9-Prozent-Erhöhung, die ihnen der Arbeitgeber angeboten hat. „Dieses Angebot ist völlig unzureichend; es für nicht weiter verhandelbar zu erklären, es ist eine Provokation“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Gerd Denzel und fordert eine Steigerung von 6,5 Prozent. Davon ist man beim DGB Rechtsschutz weit entfernt, vor der DGB-Bundesverwaltung in Berlin soll deshalb am Dienstag um 14 Uhr eine Protestkundgebung stattfinden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kontert erwartungsgemäß mit dem Hinweis, dass die Einheit schon vor Jahren outgesourct wurde: Man sei der falsche Adressat für die Aktionen. „Rechtssekretäre sind keine Beschäftigten des DGB“, stellt Vorstandsmitglied Dietmar Hexel klar.



