Lounge : Stille Nacht an der Ruhr

Aus Bochum kommen bald keine Autos mehr. Thyssen-Krupp hat Sorgen. Aber das Ruhrgebiet kämpft um seine Zukunft.
Am 10. Dezember um 9.30 Uhr wird aus Besorgnis Gewissheit. An diesem trüben Dezember-Montag, an dem es den ganzen Tag nicht mehr hell werden wird, verkündet Opel-Interimschef Thomas Sedran das, was kaum noch überrascht. Ende 2016 werden in Bochum keine Autos mehr gebaut. In der Halle des Ruhr Congress Bochum, in der Mitte Januar auch den angeschlagenen Thyssen-Krupp-Konzern eine turbulente Hauptversammlung erwartet, sind viele kampferprobte Opelaner zugegen. Aus so manchen Gesichtern spricht inzwischen Resignation. Denn die Zitterpartie um das ausgerechnet gerade jetzt 50 Jahre alte Werk in Bochum-Laer zieht sich schon über Jahre hin. Von ihrer „dritten Opelkrise“ hat Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz im Sommer gesprochen, als sich abzeichnete, dass die Produktion des Familienautos Zafira abgezogen würde. Vor acht Jahren sollte das Werk, in dem in der Spitze rund 22.000 Menschen gearbeitet haben, schon einmal geschlossen werden. 2009 verordnete der damals schwer angeschlagene Mutterkonzern General Motors seinen deutschen Standorten abermals einen drastischen Stellenabbau.





