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Lufthansa-Rettung : Italien schaut mit Argusaugen zu

Flugzeuge am Frankfurter Flughafen Bild: Reuters

Das Rettungspaket für die Lufthansa sorgt bei Aktionären für Erleichterung. In Italien schaut man besonders auf die deutsche Fluggesellschaft.

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          Die Aktionäre der Lufthansa zeigen sich erfreut darüber, dass das Rettungspaket über das Pfingstwochenende ein deutliches Stück näher gerückt ist: Der Aktienkurs der angeschlagenen Fluggesellschaft legte am Dienstag zeitweise um mehr als 8 Prozent zu, nachdem der Aufsichtsrat die Auflagen der EU-Kommission am Pfingstmontag akzeptiert hat. Seit Jahresbeginn hat die Aktie allerdings immer noch knapp 43 Prozent verloren. Dem milliardenschweren Hilfspaket müssen jetzt noch die Lufthansa-Aktionäre selbst auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni zustimmen – wegen der Corona-Pandemie via Livestream.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Die Zustimmung der Aktionäre gilt als sehr wahrscheinlich, denn tatsächlich kommt die Deutsche Lufthansa glimpflich davon. Im Gegenzug für die Staatshilfe muss sie lediglich 24 Start- und Landerechte – sogenannte Slots – an ihren wichtigsten Flughäfen München und Frankfurt an Wettbewerber abgeben. Das dürfte ihr nicht schwerfallen; wegen der Krise will die Lufthansa ohnehin ihre Kapazitäten verringern. Zeitweise forderte die EU laut Branchenangaben die Abgabe von 80 Slots, um neuen Wettbewerbern den Marktzugang zu erleichtern, was aber im Kanzleramt auf Gegenwehr stieß. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wirbt bei den Aktionären jetzt um Zustimmung: Der eingeschlagene Weg sei „alternativlos“, erklärte VC-Präsident Markus Wahl am Dienstag.

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