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Merkel zu Griechenland-Hilfe : „Ich glaube, wir sind auf einem vernünftigen Weg“

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Zwei der mächtigsten Frauen der Welt: Kanzlerin Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde. Bild: Matthias Lüdecke

Einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland lehnt Kanzlerin Merkel weiter ab und möchte den IWF an Bord behalten. Dessen Chefin sagt, sie ist bereit dazu.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt einen weiteren Erlass von Schulden zugunsten Griechenlands nach wie vor ab. Ein Schuldenschnitt durch die Euro-Länder sei „schlicht und ergreifend nach unserer Auffassung rechtlich nicht möglich“, sagte die Kanzlerin am Dienstagabend in Berlin nach einem Treffen mit IWF-Chefin Christine Lagarde und den Spitzen anderer Finanz- und Wirtschaftsorganisationen. Merkel betonte zugleich, dass es die deutsche Position bleibe, dass sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an einem Hilfsprogramm für Athen beteiligen solle.

          Derzeit prüfen die Geldgeber, wie Griechenland damit vorankommt, Reformen umzusetzen und seinen Staatsfinanzen zu sanieren. Die nun laufende Überprüfung ist wichtig, weil die anderen Euroländer Athen weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt hatten, wenn das dritte Hilfsprogramms erstmals überprüft worden ist - ziemlich sicher ist dabei allerdings, dass es keinen nominalen Schuldenschnitt geben wird, sondern eher eine abermals längere Laufzeiten oder niedrigere Zinsen oder beides.

          Bislang nimmt der Internationale Währungsfonds nur mit seiner Expertise an dem Programm teil und nicht mit eigenen Krediten. Er drängt die Euroländer dazu, Griechenland eher mehr Schulden zu erlassen - und ist in diesem Punkt sogar im Grunde ein wichtiger Verbündeter der griechischen Regierung. Allerdings gibt es auch die Auffassung, der IWF solle sich nach so vielen Jahren nicht weiter beteiligen, weil die Europäer mittlerweile über genügend eigenen Sachverstand und Kapazitäten dafür verfügten. Der österreichische Notenbankchef Ewald Nowotny beispielsweise befand am Dienstag in einem Interview, dass der IWF eigentlich nicht mehr gebraucht werde.

          „Wir wollen einen schnellen Abschluss dieser Verhandlungen“, kommentierte die deutsche Kanzlerin den aktuellen Stand weiter. „Da müssen natürlich die Gleichungen aufgehen.“ Jetzt müsse zunächst versucht werden, das Programm umzusetzen und einzufordern, dass es voll erfüllt werde. Dazu sei die griechische Regierung bereit. „Ich glaube, wir sind auf einem sehr vernünftigen Weg, aber wir sind leider noch nicht am Ziel.“

          IWF-Chefin Lagarde sagte: „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen und wo Griechenland sein sollte, um stabil zu sein ...“ Erforderlich seien tragfähige Schulden - auch, um private Investoren zu locken. Der IWF sei entschlossen, seinen Beitrag zu leisten und weiter zu helfen. Nötig seien aber deutliche Reformen und Nachhaltigkeit.

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