https://www.faz.net/-gqe-8hxi5

Weitere Nachrichten : Stimmung von EU-Firmen in China so schlecht wie nie

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Netzausbau in Deutschland verzögert sich offenbar, Saudi-Arabiens Kabinett billigt einen Plan für den Umbau der Wirtschaft und Amerikas Notenbankchefin Janet Yellen signalisiert Zinserhöhungen.

          Die Stimmung unter europäischen Unternehmen in China ist so schlecht wie nie zuvor. Ihr Pessimismus habe "einen neuen Höchstwert" erreicht, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichen Umfrage der Europäischen Handelskammer in Peking. Demnach gaben 15 Prozent der befragten Firmen an, negativ auf ihre künftigen Wachstumschancen in der zweitgrößten Volkswirtschaft zu blicken. Noch vor einem Jahr hatte dieser Wert bei acht Prozent gelegen. Das Lager der Optimisten, die mit weiterem Wachstum in ihrer Branche rechnen, verkleinerte sich das sechste Jahr in Folge auf nun noch 44 Prozent und ist damit noch etwa halb so groß wie 2011.

          Auch Amerikas Finanzminister Jack Lew äußerte, dass Chinas Behörden ausländischen Unternehmen immer stärker die Geschäfte erschwerten. "Die Sorgen über das Geschäftsumfeld haben in den vergangenen Jahren zugenommen", sagte Lew beim strategischen und wirtschaftlichen Dialog (SED) zwischen China und den Vereinigten Staaten am Dienstag in Peking. "Ausländische Unternehmen sind mit einem komplexeren regulatorischen Klima konfrontiert und fragen sich, ob sie in China willkommen sind."(dpa-AFX)  

          Netzausbau in Deutschland verzögert sich

          Die geplanten Strom-Autobahnen von Nord nach Süd werden wohl erst später fertig als bislang erwartet. So sei die umstrittene SuedLink-Trasse von Norddeutschland nach Bayern und weiter nach Baden-Württemberg erst 2025 errichtet, drei Jahre später als bisher geplant, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe) vorab unter Berufung auf einen neuen Bericht der Bundesnetzagentur. Auch der Korridor A, eine Leitung von Emden ins nordrhein-westfälische Osterath, werde demnach nicht 2022, sondern erst 2025 fertig. Die geplante Leitung von Osterath ins baden-württembergische Philippsburg brauche zwei Jahre mehr bis 2021. Auch die Trasse SuedOstLink, die von Sachsen-Anhalt nach Niederbayern führe, werde erst 2025 fertig.

          Grund sei vor allem die geplante Verlegung der Leitungen unter der Erde. Die Koalition hatte sich im vorigen Jahr darauf verständigt, die Leitungen künftig vorrangig als Erdkabel zu verlegen. Dies soll helfen, Anwohner für die Projekte zu gewinnen. Ursprünglich sollten die Nord-Süd-Leitungen 2022 fertig sein, wenn die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen. (Reuters)

          Saudi-Arabiens Kabinett billigt Plan für Umbau der Wirtschaft

          Das saudische Kabinett hat in der Nacht zu Dienstag einen ambitionierten Plan für den Umbau der Wirtschaft gebilligt. Das Reformprojekt soll die Abhängigkeit des Königreichs vom Ölsektor verringern, die Staatsausgaben drosseln und den Privatsektor ankurbeln. Dafür wolle die Regierung in den kommenden fünf Jahren umgerechnet rund 63 Milliarden Euro investieren, sagte der zuständige Minister Mohammed al-Scheich nach dem Kabinettsbeschluss in Dschidda.

          Der Kabinettsbeschluss soll 543 einzelne Initiativen in Gang bringen, in deren Umsetzung 24 staatliche Behörden eingebunden sein sollen. Energieminister Chalid al-Falih kündigte am Dienstag die Errichtung mehrerer Industriestädte an, in denen 150.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Außerdem solle ein großer Werftenkomplex errichtet werden, der 80.000 Menschen Arbeit geben soll. Die Einnahmen aus den nicht-ölbezogenen Exporten sollen bis 2013 um fast das Doppelte steigen.

          Um die ambitionierte Diversifizierung der Wirtschaft zu finanzieren, will die Regierung einen kleinen Teil des staatlichen Ölriesen Aramco an die Börse bringen. Sie plant die Einrichtung eines staatlichen Investitionsfonds, der mit Einlagen von knapp 1,8 Billionen Euro der größte der Welt wäre. (AFP)

          Yellen signalisiert Zinserhöhungen

          Trotz zuletzt schwacher Jobdaten hält Amerikas Notenbankchefin Janet Yellen an ihrer Strategie schrittweiser Zinserhöhungen fest. Die positiven Aspekte des Wirtschaftsausblicks überlagerten die negativen Seiten, sagte Yellen am Montag in Philadelphia. Sie gehe davon aus, dass die Konjunktur moderat an Fahrt gewinne und sich der Arbeitsmarkt weiter verbessere. Die Mai-Daten seien zwar enttäuschend ausgefallen. Doch dürfe man einem einzelnen Bericht nicht zu große Bedeutung beimessen. Falls die Wirtschaft wie erhofft anziehe, seien schrittweise Anhebungen der Zinsen angemessen. Yellen wiederholte jedoch eine jüngste Formulierung nicht, wonach eine Erhöhung "in den kommenden Monaten" anstehe.

          Weitere Themen

          Ölpreis auf Vier-Monats-Hoch Video-Seite öffnen

          Nach Drohnen-Angriff : Ölpreis auf Vier-Monats-Hoch

          Die Anschläge auf die Raffinerien in Saudi-Arabien haben den Ölpreis in die Höhe getrieben. Nun droht ein zusätzlicher Dämpfer für die Weltwirtschaft.

          Topmeldungen

          Nach Interviewabbruch : Es bleiben viele Fragen an Höcke

          Die Aufregung über den Interview-Abbruch und die Drohungen von Björn Höcke verstellt den Blick auf die eigentliche Frage: Wes Geistes Kind ist der AfD-Politiker?

          Nicht die Jungen überzeugen : Der FC Bayern und seine alte Achse

          Löw hat’s gesehen: Die Münchener spielen gegen Leipzig zumindest eine herausragende erste Halbzeit. Das liegt vor allem an den Routiniers. Neuer, Boateng, Müller und Lewandowski halten die Zeit an.
          Der Hausarzt: Klaus Reinhardt in seiner Bielefelder Praxis

          Neuer Ärztepräsident : Der doppelte Reinhardt

          Der Mann ist Hausarzt mit Leidenschaft. Aber Klaus Reinhardt ist immer nur montags in seiner Bielefelder Praxis. Sonst macht er Politik in Berlin – als Präsident der Bundesärztekammer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.