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Medienschau : Deutlich mehr Kapitalpuffer bei Banken

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Die Deutsche Bank entlässt wegen Umsatzsteuer-Betrügereien Beschäftigte aus dem Handelsbereich, die Aktie von HP bricht nach einer enttäuschenden Prognose ein und die Telekom bekennt sich mit der Metro PCS-Fusion zum amerikanischen Markt.

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          Unternehmensnachrichten

          Deutsche Bank reagiert auf Umsatzsteuer-Betrügereien

          Die Deutsche Bank hat einem Bericht zufolge wegen möglicher Umsatzsteuer-Betrügereien mehrere Beschäftigte aus dem Handelsbereich freigestellt. Die Angestellten, mehr als fünf an der Zahl, mussten ihre Schreibtische und Büros räumen, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) ohne Nennung von Quellen. Weitere Maßnahmen seien nicht ausgeschlossen. Die Gespräche liefen noch. Die Deutsche Bank äußerte sich dazu nicht, verwies aber auf den von den neuen Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain verkündeten Kulturwandel. Nicht alles, was legal ist, sei auch legitim - man wolle keine Geschäfte mehr machen, unter denen der Ruf des Instituts leiden könnte. „Wir meinen es ernst“, sagte Jain kürzlich.

          Die nun freigestellten Beschäftigten sollen mit einer internationalen Bande kooperiert haben, die den Fiskus beim Handel mit Verschmutzungsrechten (Kohlendioxid-Emissionen) um Hunderte Millionen Euro geschädigt hat. Über sogenannte Umsatzsteuer-Karusselle kassierten zahlreiche Firmen zu Unrecht Steuer-Erstattungen. Die Deutsche Bank war durch die Affäre zunehmend unter Druck geraten: Steuer-Rückzahlungen und ein Verzicht auf Steuer-Erstattungen kosteten das Institut bereits 300 Millionen Euro. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt der Zeitung zufolge mindestens sieben Händler der Großbank, in die Affäre verwickelt zu sein. Einige dieser Händler waren vor einer Razzia der Strafverfolger im April 2010 gewarnt worden. Das Leck bei den Behörden konnte bis heute nicht gefunden werden. (dpa-AFX)

          HP-Aktie bricht nach enttäuschender Prognose ein

          Der angeschlagene amerikanische Computerkonzern Hewlett Packard (HP) blieb am Mittwoch mit seiner Gewinnprognose für 2013 deutlich hinter den Erwartungen zurück und sagte zudem für fast alle Sparten Umsatzrückgänge voraus. Firmenchefin Meg Whitman machte für die Entwicklung auch die vielen Wechsel im HP-Vorstand in der Vergangenheit verantwortlich - darunter auch den des Deutschen Leo Apotheker, der HP vor Whitman elf Monate lang führte. HP-Aktien verloren 13 Prozent, fielen auf den niedrigsten Stand seit fast neun Jahren und zogen auch die Papiere von Rivalen wie Dell mit nach unten.

          Die Geschäftsbedingungen blieben auch im kommenden Jahr schwierig, teilte HP mit. Als Gewinnerwartung für 2013 nannte HP pro Aktie eine Spanne zwischen 3,40 bis 3,60 Dollar. Analysten waren bislang im Schnitt von 4,18 Dollar ausgegangen. Für das laufende Jahr hatte HP seine Prognose im August wegen des schwierigen Marktumfelds schon leicht gesenkt. Die Mitteilungen zeigen, dass Whitmans Maßnahmen bei HP nur langsam greifen und dass angesichts der globalen Abkühlung der Konjunktur die Technologie-Ausgaben weltweit sinken. HP hatte erst vor wenigen Wochen mitgeteilt, in den kommenden zwei Jahren 29.000 Stellen zu streichen. Letztlich sollen durch die Kürzungen jährlich bis zu 3,5 Milliarden Dollar an Personalkosten gespart werden. (Reuters)

          Telekom bekennt sich mit Metro PCS-Fusion zum amerikanischen Markt

          Nach den gescheiterten Verkaufsbemühungen vor einem Jahr sieht die Deutsche Telekom für die amerikanische Tochtergesellschaft T-Mobile USA wieder eine Zukunft im Konzern. Den am Mittwoch verkündeten Plan, T-Mobile USA mit dem kleineren Wettbewerber Metro PCS zu fusionieren, nannte der Telekom-Vorstandsvorsitzende Rene Obermann im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) „ein ganz klares Bekenntnis zum amerikanischen Markt“. Obermann wollte sich aber nicht darauf festlegen lassen, ob T-Mobile USA auf lange Sicht bei dem Dax-Konzern bleibt.

          Der vereinbarte Zusammenschluss mit Metro PCS würde T-Mobile zu einer börsennotierten Gesellschaft machen, was der Telekom mehr Möglichkeiten geben könnte, ihr Engagement zu reduzieren. Obermann sagte, die Telekom habe auch unabhängig von Metro PCS schon einen Börsengang ins Auge gefasst. Zudem kündigte Obermann im Gespräch mit der FAZ „intensive Gespräche“ mit dem Elektronikkonzern Apple an. Ziel sei es, das iPhone ins Angebot zu holen. T-Mobile kann seinen Kunden bislang als einziger der vier großen amerikanischen Mobilfunkbetreiber kein iPhone bieten. (Dow Jones)

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