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Blick auf den Finanzmarkt : Uneinheitliche Prognosen für den Aktienmarkt

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der deutsche Aktienmarkt tendiert freundlich. Die Anleger seien in Vorfreude auf den Geldregen der EZB, die am Mittwoch den ersten von zwei Drei-Jahres-Tendern für die Liquiditätsversorgung der Banken auflegt.

          Deutsche Aktien knüpfen an Vortagesgewinne an

          Im Sog der deutlichen Vortagesgewinne sowie positiver Vorgaben aus Übersee tendiert der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch fester. Der Dax gewinnt 1,2 Prozent auf 5.918 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index steigt um 1,1 Prozent auf 1320 Punkte. Ein Händler verweist auf die starken Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten und Deutschland sowie die gut aufgenommene Auktion spanischer Staatsanleihen vom Vortag, die am Mittwoch nachwirkten.

          Für viele Marktteilnehmer dürfte der kräftige positive Rückprall vom Dienstag innerhalb des Abwärtstrends der vergangenen Tage relativ überraschend gekommen sein, sagt ein anderer Händler. Damit sei nun kurzfristig kein harter Aufprall in Sicht. Ein weiterer Beobachter nannte die starke Aufwärtsbewegung vom Vortag ermutigend mit Blick auf den Rest des Jahres. Dass die meisten Indizes nahe ihrer Tageshochs geschlossen hätten, sei auch positiv für die kurzfristige Marktdynamik. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass das Fundament dieses Aufschwungs ziemlich dünn ist, warnte er.

          Zu den Gewinnern zählen die Aktien von Adidas, die sich um 1,4 Prozent verteuern. Auftrieb erhält der Kurs von den guten laufenden Geschäften beim Konkurrenten Nike. Der amerikanische Sportartikelhersteller hat im vergangenen Vierteljahr dank gestiegener Nachfrage und Preise mehr verdient.

          SAP verlieren dagegen 3,6 Prozent, nachdem der weltweit drittgrößte Softwarekonzern Oracle seine Umsatzziele für das zweite Quartal nicht erreicht hat.

          Rentenmarkt tendiert knapp behauptet

          Die Kurse deutscher Staatsanleihen tendieren am Mittwoch belastet durch eine gewachsene Zuversicht an den Finanzmärkten knapp behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 6 Basispunkte auf 137,44 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 3 Basispunkte auf 124,37 Prozent.

          „Die geradezu euphorische Stimmung an den Aktienmärkten und die gestrige Entspannung an den Staatsanleihemärkten wird sich heute möglicherweise in etwas moderaterer Form weiterhin bemerkbar machen“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Daher sei mit weiteren Kursverlusten zu rechnen. Allerdings sei im vorweihnachtlichen dünnen Handel die Wahrscheinlichkeit größerer Ausschläge hoch. Der Euro-Bund-Future dürfte sich laut HSH Nordbank in einer Handelsspanne von 137,0 bis 138,8 Punkten bewegen.

          Euro vor EZB-Geldvergabe fester

          Eine zunehmende Risikobereitschaft der Marktteilnehmer treibt den Euro am Mittwochmorgen an. Die Gemeinschaftswährung steht bei 1,3120 Dollar nach einem Stand von 1,3082 Dollar im späten amerikanischen Geschäft am Dienstag. „Der Markt freut sich auf den Geldsegen für die Banken in Europa“, so ein Marktteilnehmer. Die Europäische Zentralbank stellt den Banken am Vormittag Geld für drei Jahre zur Verfügung, damit will sie ein Austrocknen des Geldmarkts verhindern. Erwartet wird, dass den Banken etwa 300 Milliarden Euro zugeteilt wird.

          „Das könnte die Schuldenkrise in der Euro-Zone entspannen“, fasst der Händler die Markterwartung zusammen. „Risiko ist in“, so ein Händler. Nicht nur der Euro legt zu, auch andere Risiko-Währungen wie der australische Dollar sind gefragt - genauso Gold oder Aktien in Asien.

          Daizuke Karakama, Volkswirt der Mizuho Bank, verweist darauf, dass viele Marktteilnehmer Positionen auf einen fallenden Euro aufgebaut haben. Positive Einflüsse könnten diese Anleger zu Positionsveränderungen zwingen und das könnte angesichts dünner Umsätze vor dem Jahresende die Devisenkurse stark bewegen.

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