Rücktritte bei den Grünen : Ist das der Befreiungsschlag?

Erst tritt der Parteivorstand zurück, dann die Vorsitzenden der Grünen Jugend. Das dürfte der Auftakt sein für eine Neusortierung der Partei – die auf einen Mann hinausläuft.
In der tiefsten Krise seit einer Dekade sieht Omid Nouripour seine Partei und begründet damit seinen und den Rücktritt Ricarda Langs. Er hat recht. Vor zehn Jahren waren die Grünen in einen linksorientierten Wahlkampf gezogen, hatten einen Pädophilieskandal am Hals und mit Jürgen Trittin einen Spitzenkandidaten, der für weite Teile des bürgerlichen Lagers unwählbar war. Wer damals noch sein Kreuz bei den Grünen machte – es waren gut acht Prozent –, darf wohl als Stammwähler gelten. Von diesen acht Prozent sind die Grünen nicht mehr weit entfernt. Damals machten sie Tabula rasa. Trittin trat ab, Claudia Roth trat ab, Renate Künast ebenfalls.



