Tillersons Entlassung : Trumps Stil der Demütigung

Mit Außenminister Rex Tillerson verlässt eine moderate Stimme Trumps Kabinett. Die Zukunft der amerikanischen Außenpolitik liegt nun mehr und mehr im Ungewissen. Ein Kommentar.
Rex Tillerson hatte als Chefdiplomat der Vereinigten Staaten vielleicht den undankbarsten Posten in der Regierung Trump inne. Während der Präsident Unberechenbarkeit zum Modus Operandi machte, Amerikas sicherheits- und handelspolitische Bündnisse mit Geringschätzung behandelte und Abkommen, die seine Vorgänger ausgehandelt hatten, mit ätzender, maliziöser Dauerkritik bedachte, suchte Tillerson zu retten, was zu retten war – mit allenfalls mäßigem Erfolg. Denn wenn er Einfluss auf den Präsidenten hatte, dann war der sehr begrenzt. Zum inneren Zirkel des Weißen Hauses gehörte er nicht; der Präsident machte sich über ihn eher noch lustig. Es kommt einer Brüskierung gleich, dass Trump die Einladung zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator annahm, ohne Tillerson, der in Afrika weilte, hierüber ins Bild zu setzen. Es ist eine weitere Demütigung, dass der Außenminister per Tweet von seiner Entlassung erfuhr.
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