Biden gegen Ryan : Kein Schaden
Auch Obamas Vizepräsident Joe Biden sah gegen seinen republikanischen Herausforderer nicht überragend aus. Paul Ryan hat keinen Schaden angerichtet, Biden trat zu aggressiv auf. Obama wird seine Schlüsse daraus ziehen.
Wenn der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney einen Lauf hat, und nach den Umfragen hat er das offensichtlich, dann hat ihm sein Partner Paul Ryan keine Glasscherben auf den Weg gelegt. In der einzigen Debatte der beiden Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten hat Ryan seine Aufgabe erfüllt: einfach keinen Schaden anrichten und, im günstigsten Falle, selber etwas strahlen. Der Mann von Präsident Obama, Vizepräsident Joe Biden, gab dagegen den aufgebrachten Populisten - er spielte eine, seine Rolle, die seine Anhänger an der demokratischen Basis mögen. Die unentschiedenen Wähler oder diejenigen, die Biden nicht zu ihren Lieblingen zählen, dürften das eher mit Missvergnügen gesehen haben.
Das gilt auch und gerade für den Stil und den Umgang. Die Aggressivität Bidens hat die Debatte nicht zu seinen Gunsten entschieden können, sie ließ vielmehr den 28 Jahre jüngeren Ryan vorteilhaft erscheinen. Obama wird für sein zweites Duell mit Romney in der kommenden Woche seine Schlüsse daraus ziehen müssen: Er darf nicht noch einmal so lahm auftreten wie beim ersten Mal, im Übermaß herablassend und aggressiv darf er allerdings auch nicht sein.
Die Kandidaten für die höchsten Staatsämter Amerikas haben sich jetzt den Wählern präsentiert. Die Herausforderer haben sich dabei auf großer Bühne überraschend souverän gezeigt, die Amtsinhaber hatten nicht ihren besten Tag. Dramatische Prognosen können daraus (noch) nicht abgeleitet werden.



